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Gute Noten für Markus Söder und Hubert Aiwanger.

Drei Monate nach der Wahl

Bayerntrend: Eine Oppositionspartei ist der große Gewinner

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Der neue Landtag ist in Bayern arbeitet seit drei Monaten. Der aktuelle BR-Bayerntrend zeigt Rekordwerte für Grüne und Freie Wähler.

München – Kurz nach einer Landtagswahl können die Politiker mit den Umfragen etwas entspannter umgehen. Und dennoch liefert der neue „Bayerntrend“, den Infratest im Auftrag des BR-Magazins „Kontrovers“ erhebt, den Parteien wichtige Erkenntnisse. „Die Ergebnisse zeigen, wie schwer es ist, einmal verloren gegangenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen“, sagt „Kontrovers“-Redaktionsleiter Andreas Bachmann. Das gelte für die CSU genauso wie für die SPD. Und: „Das Risiko dass die CSU mit der neuen Fokussierung auf die Umwelt- und Klimapolitik eingeht, ist, dass es ein Kernthema der Grünen nach oben spült und die eigentliche Öko-Partei, also das Original, davon profitiert.“

Die Sonntagsfrage

Drei Monate nach der Landtagswahl sind die Bayern mit der neuen Regierung zwar recht zufrieden – doch die CSU kann davon nicht profitieren. Sie kommt laut BR-Bayerntrend derzeit auf 35 Prozent (Landtagswahl 37,2). Dagegen legen die Freien Wähler von 11,6 auf 13% zu. Größter Gewinner: die Grünen von 17,6 auf 21 Prozent. Die AfD fällt auf 8 (10,2). Die SPD kommt auf 9 % (9,7), die FDP auf 6 (5,1).

Die Regierung

Es gibt gute Nachrichten: Die Bayern blicken wieder deutlich optimistischer auf die Gesamtlage als vor der Wahl. 56 Prozent sind zuversichtlich, dass sind acht Prozentpunkte mehr als im September. 35 Prozent äußern sich kritisch, im September waren es 46. Während die Wähler aller Parteien die Lage mehr oder weniger positiv sehen, dominiert bei AfD-Wählern mit 68 Prozent die Skepsis.

Zur Zufriedenheit beigetragen haben dürfte den Demoskopen zufolge die rasche und reibungslose Regierungsbildung. Trotz kleinerer Startschwierigkeiten zeigen sich 57 Prozent mit der Arbeit des Bündnisses aus CSU und Freien Wählern zufrieden.

Die Einschätzung der CSU ist dagegen etwas ambivalent. In der Sonntagsfrage sackt die Partei im Vergleich zum Wahltag weiter ab (auf 35 Prozent). Auch der scheidende Parteichef Horst Seehofer wird nach wie vor schlecht beurteilt. Seine Arbeit als Bundesinnenminister bewerten sieben von zehn Befragten (68 Prozent) kritisch. Selbst unter den CSU-Anhängern sind 54 Prozent unzufrieden.

Dafür hat Markus Söder im Ansehen der Wähler zugelegt. 55 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, plus vier im Vergleich zu September. Vor allem weist auch die Partei insgesamt wieder verbesserte Kompetenzwerte auf. 50 Prozent trauen der CSU am ehesten die Lösung der wichtigsten landespolitischen Aufgaben zu (plus drei).

Die Opposition

Die Zeitenwende auf den Oppositionsbänken setzt sich fort: Die Grünen profitieren von ihrer neuen Rolle als stärkste Oppositionskraft, auf etlichen Kompetenzfeldern legen sie klar zu. 53 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv, im September waren es noch 39. In der Sonntagsfrage verbessern sie sich von 17,2 Prozent bei der Wahl auf 21 im „Bayerntrend“. Kernkompetenz bleibt die Ökologie, wo die Partei mit 61 Prozent vorn liegt. „Die Greenwashing-Versuche von Markus Söder und seiner CSU sind allzu offensichtlich“, lästert Fraktionschef Ludwig Hartmann.

Die SPD kriselt dagegen weiter. Nur jeder Dritte meint, die Partei setze auf die richtigen Themen (33 Prozent). Und nur noch 29 Prozent attestieren der Landesvorsitzenden Natascha Kohnen gute Arbeit (minus 13). Allerdings unterstützen 72 Prozent der SPD-Anhänger, dass Kohnen im Amt bleibt.

Europa

Sechs von zehn Wahlberechtigten (58 Prozent) wissen nicht, wer Manfred Weber ist – dabei hat der CSU-Politiker gute Chancen, nächster EU-Kommissionschef zu werden. Selbst von der CSU-Anhängern kann sich die Hälfte der Befragten zu Weber kein Urteil abgeben.

Immerhin: Die Bayern beurteilen die EU positiv, bei Fragen nach Sicherheit und Wirtschaft liegt die Zustimmung über 70 Prozent. Allerdings gibt die Hälfte an, nicht zu durchschauen, wie die EU funktioniert. 

Lesen Sie auch: Zu viele Alleingänge, zu wenig Absprachen: Jetzt gehen die Freien Wähler drei Tage in sich

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