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Florian Pronold erhebt schwere Vorwürfe gegen den BR. 

Vergleich mit "Staatsfernsehen in Nordkorea"

Wegen Faschingssendung: Pronold wirft BR Manipulation vor

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München - SPD-Landeschef Florian Pronold wirft dem Bayerischen Rundfunk Manipulation und ein Vorgehen wie beim „Staatsfernsehen in Nordkorea“ vor. Der Auslöser: eine Faschingssendung.

Eine gute Viertelstunde war die BR-Fernsehübertragung alt, die ersten schlüpfrigen Zoten hallten noch nach, da kam der „Hausmeister“ zur Begrüßung der Prominenz. „Der Pronold ist da, griaß dich“, wandte er sich an den SPD-Landeschef. Dann kam der Justizminister an die Reihe. „Der Bausback is da. Is ja klar, dass der Bausback da ist“, höhnte der Darsteller. Als Aschaffenburger wolle er in Schwaben endlich mal einen „g’scheiten Dialekt“ hören. Gelächter im Publikum.

Aber wo war eigentlich dieser Bausback? Das fragten sich einige, die das Fastnachtsspektakel „Schwaben weissblau, hurra und helau“ nicht nur im Fernsehen, sondern live im Saal ansahen. Während die Moderation auf der Bühne fröhlich weiterging, tauschten andere Politiker ratlos Blicke aus. Gesehen hatte den Minister niemand. Und dafür gab es eine einfache Erklärung: Am Tag der Hauptaufzeichnung am Freitag, 15. Januar, war Bausback gar nicht im Saal. Er hatte nur die Probe tags zuvor besucht – war aber für die Fernsehsendung, die am vergangenen Freitag ausgestrahlt wurde, reingeschnitten worden. Deswegen gibt es nun Ärger.

Florian Pronold macht dem BR heftige Manipulationsvorwürfe. Wie für Bayerns Politprominenz üblich war er zur Hauptaufzeichnung in Memmingen zu Gast gewesen. Er sei überrascht gewesen, als dort Bausback in der Moderation begrüßt wurde, schreibt er in einem Brief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm. Ein derartiges Vorgehen habe er bei den Öffentlich-Rechtlichen noch nie erlebt. „Es erinnert eher an das Staatsfernsehen in Nordkorea.“ Nach der „peinlichen Werbung“ für Markus Söder bei in der Sendung „Dahoam is Dohoam” liege ein weiterer Fall vor, „indem das Bayerische Fernsehen als verlängerter Arm der Staatsregierung auftritt“.

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Er verteidige die Medien tagtäglich gegen Fälschungsvorwürfe, denen sie derzeit verstärkt ausgesetzt seien, schreibt Pronold weiter. Das Vorgehen des BR sei aber „Wasser auf die Mühlen derjenigen, die diesen Vorwurf in die Welt tragen und trägt dazu bei, dass das Vertrauen der Menschen in unsere Medien verloren geht“. Der SPD-Mann will etwa wissen, wer die Entscheidung zu „diesem Betrug am Zuschauer“ getroffen habe. Wilhelm solle in der nächsten Sitzung des Rundfunkrats am 4. Februar persönlich berichten.

Der BR weist die Vorwürfe zurück. Pronold werde noch heute Antwort bekommen, heißt es. In einer Mitteilung heißt es, die Sendung werde „traditionell immer an zwei Tagen aufgezeichnet“. Da nicht jeder der prominenten Gäste am Freitag anwesend sein könne, sei die Redaktion bemüht, in der Moderation eine Begrüßung der Gäste für beide Tage zu schreiben. Diese würden dann auch im Bild berücksichtigt.

Bewusste Manipulation oder ungelenke Notlösung? Das ist die Streitfrage. In den vergangenen Jahren waren in Memmingen stets mehrere Minister anwesend. Diesmal hatten alle die Einladung ausgeschlagen. Bausback hatte als einziger zugesagt – wenn auch nur für den ersten Tag. Nicht gerade ein Ruhmesblatt für die Sendung.

Kernproblem der Veranstalter sei der Filmpreis gewesen, der zeitgleich in München verliehen wurde, meint der schwäbische CSU-Bezirkschef Markus Ferber. Ilse Aigner etwa musste dort kurzfristig den erkrankten Horst Seehofer vertreten. Ferber empfiehlt Pronold, sich abzuregen: „Im Fasching ist die Devise: Immer locker bleiben.“

Til Huber mit

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