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Ulrich Wilhelmbleibt bis 2021 Intendant des BR.

Wilhelm bleibt Intendant

BR-Wahl: „Das ist ein glaubwürdiges Ergebnis“

München - Ulrich Wilhelm wird mit 82,5 Prozent als BR-Intendant bestätigt. Sorge herrscht derweil über das hohe Alter der Hörer und Zuschauer.

Vor knapp fünf Jahren hatte er einen Gegenkandidaten, damals gaben 40 von 44 Rundfunkräten Ulrich Wilhelm ihre Stimme – das entsprach knapp 91 Prozent Zustimmung. Gestern, bei seiner Wiederwahl, gab es keinen Konkurrenten, und trotzdem musste sich der 53-Jährige mit nur noch 82,5 Prozent begnügen. Von 40 anwesenden Gremiumsmitgliedern votierten 33 mit Ja, es gab fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Sieben Rundfunkräte hatten sich entschuldigt, darunter – wegen Krankheit – Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU).

Ob das Ergebnis eine Folge des Zwistes mit Ministerpräsident Horst Seehofer ist oder hausinterne Gründe hat, darüber kann nur spekuliert werden. Der Landesvater hatte – zusammen mit Münchens OB Dieter Reiter (SPD) – vor einigen Wochen verkündet, in der Landeshauptstadt keinen neuen Konzertsaal bauen zu wollen, stattdessen soll der Gasteig saniert werden. Wilhelm macht sich dagegen für einen Neubau stark, der vor allem dem Symphonieorchester des BR als Heimat dienen soll.

Der alte und neue BR-Chef (bis 2021) lächelte die NeinStimmen am Donnerstag souverän weg. „Angesichts der großen Veränderungen, die ich allen zumute, ist das ein glaubwürdiges und gutes Ergebnis“, sagte Wilhelm, der vor seinem Wechsel an die Spitze des Münchner Senders nacheinander dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Sprecher diente.

In den kommenden Jahren will Wilhelm den Umbau des Senders weiter vorantreiben. „Kräftige, fundierte Fachredaktionen“ sollen mit ihren Inhalten künftig viele Sendungen des Hauses versorgen: „Wir müssen uns intern so aufstellen, dass nicht mehr mehrere Redaktionen parallel zum gleichen Thema recherchieren oder mehrere Teams zu ein- und demselben Dreh fahren“. Gerade jüngere Menschen suchten Informationen nicht nur traditionell über Radio und Fernsehen, sondern auch übers Internet. Auch dieses Publikum müsse der BR erreichen. Sorge bereite ihm das hohe Durchschnittsalter der Hörer und Zuschauer. „Wir müssen auch den Jungen adäquate Angebote machen“, forderte Wilhelm.

Allerdings „ist das Geld weiterhin knapp“. Es sei paradox, dass einerseits die Einnahmen sprudelten, der Sender andererseits nicht davon profitieren könne, weil diese Einnahmen – nach einem Kommissionsbeschluss – auf Sperrkonten lägen. „Das bedeutet, dass wir in der öffentlichen Wahrnehmung als deutlich wohlhabender gelten, als wir tatsächlich sind.“

Was nun die Situation der Orchester in München betrifft, so will der Intendant seiner Linie treu bleiben: „Wir streben ja keinen Konzertsaal nur für den BR an, sondern einen für die Allgemeinheit, der vielen Orchestern und Gruppen zur Verfügung stehen soll.“ Da gebe es „objektiv einen Engpass“, so Wilhelm, der sich um die Zukunft der Klangkörper des öffentlich-rechtlichen Senders sorgt. Er werde mit Horst Seehofer, zu dem er „ein gutes und höfliches Verhältnis“ habe, sicherlich noch einmal sprechen, kündigte Wilhelm an: „Ich hoffe sehr, dass wir nochmal eine Chance bekommen, dieses wichtige Vorhaben auf den Weg zu bringen.“

Rudolf Ogiermann

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