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Der Dachstuhl des künftigen Asylbewerberheims brannte vollständig aus.

Wohl keine Verletzten

Thüringen: Brand in künftiger Asylbewerberunterkunft

Ebeleben - Eine künftige Asylbewerberunterkunft im thüringischen Ebeleben (Kyffhäuserkreis) ist am Montagmorgen in Brand geraten.

Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin in Nordhausen. Am Montagmorgen waren gegen 3.30 Uhr im Ortsteil Rockensußra die Dachstühle von drei Wohnblöcken in Flammen aufgegangen. Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Brandanschlag aus. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Entgegen ersten Angaben der Polizei ist noch nicht endgültig entschieden worden, ob die Wohnblöcke als Domizil für Flüchtlinge genutzt werden. Zunächst hatte es geheißen, die Häuser würden derzeit saniert, um dort Asylsuchende unterzubringen. Dies stimme nicht, sagte ein Polizeisprecher wenig später.

Mehrere Ortsfeuerwehren waren im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Am Morgen dauerten die Löscharbeiten noch an.

Der Landkreis will am Montag nach Angaben der Polizei auf einer Pressekonferenz weitere Informationen bekannt geben.

Ramelow verurteilt Brandanschläge

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die erneuten möglichen Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte als Taten "hinterhältiger, feiger Menschen" kritisiert. "Das sind Brandanschläge auf die Grundwerte unserer Gesellschaft", sagte Ramelow am Montag im Deutschlandfunk. Diese Entwicklung sei bedenklich, sagte Ramelow, nachdem es in der Nacht aus bislang noch ungeklärter Ursache Brände in zwei Flüchtlingsunterkünften in Thüringen und Baden-Württemberg gegeben hatte.

Der thüringische Ministerpräsident sprach sich zudem dafür aus, den auslaufenden Solidarzuschlag für die neuen Bundesländer in einen "Integrations- und Flüchtlingsbetreuungs-Soli" umzubauen. "Dann hätten alle Bundesländer und Kommunen mehr davon." Spitzenvertreter von Union und SPD hatten sich in der Nacht bei einem Treffen im Kanzleramt auf ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Flüchtlingskrise geeinigt, das weitere Finanzhilfen des Bundes für Länder und Kommunen vorsieht.

Fünf Verletzte bei Brand in Rottenburg

Auch in einer Asylbewerber-Unterkunft im baden-württembergischen Rottenburg hat es gebrannt, dabei sind in der Nacht zum Montag mehrere Bewohner verletzt worden. Ein Sprecher der Polizei Reutlingen sagte, zwei Bewohner, die aus Angst vor dem Feuer aus dem Fenster gesprungen seien, hätten Beinverletzungen erlitten. Drei weitere Bewohner hätten sich offenbar eine leichte Rauchgasvergiftung zugezogen. Vier der fünf Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

In dem Wohncontainerdorf hatten dem Polizeisprecher zufolge mehr als 80 Asylbewerber gewohnt. Etwa die Hälfte der 56 Wohncontainer geriet in Brand, auch die übrigen waren infolge des Feuers unbewohnbar. Die Asylbewerber wurden mit Bussen in die Festhalle von Rottenburg gebracht, wo das Deutsche Rote Kreuz die Menschen versorgte. Zur Brandursache konnte der Sprecher noch keine Angaben machen. In den vergangenen Wochen waren in verschiedenen Teilen Deutschlands immer wieder Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt worden.

dpa/AFP

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