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Die Landesvorsitzende der Bremer CDU, Rita Mohr-Lüllmann

"Front der Ablehnung"

Bremer CDU-Chefin Mohr-Lüllmann tritt zurück

Bremen - Die Landesvorsitzende der Bremer CDU, Rita Mohr-Lüllmann, ist zurückgetreten. Gleichzeitig forderte sie den Fraktionsvorsitzenden, Thomas Röwekamp, auf, seinen Posten ebenfalls zu räumen.

Die Bremer CDU-Vorsitzende Rita Mohr-Lüllmann ist nach nur sieben Monaten im Amt zurückgetreten. Damit zog die 55-Jährige die Konsequenz aus monatelangen internen Streitigkeiten, insbesondere zwischen ihr und Fraktionschef Thomas Röwekamp. Auch auf ihre Bundestagskandidatur und das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden will sie verzichten.

„Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, mein Amt als Landesvorsitzende der Bremer CDU mit sofortiger Wirkung niederzulegen“, teilte Mohr-Lüllmann am Sonntag mit. Mit ihr verabschiedet sich auch der frühere Bremer Bürgermeister Hartmut Perschau aus der CDU-Spitze.

Als Grund für ihren Rückzug nannte Mohr-Lüllmann die Streitereien mit Röwekamp. Sie habe gehofft, die zerstrittenen Flügel in der Partei zu einen. Das sei ihr aber nicht gelungen, bilanzierte sie. Der Fraktionschef hatte 2011 eine Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz gegen Mohr-Lüllmann verloren.

Mohr-Lüllmann spricht von "Klima von Missgunst"

„Mir schlug von Beginn an eine Front der Ablehnung und Behinderung entgegen - im Parteihaus und darüber hinaus“, sagte die 55-Jährige am Sonntag und sprach zudem von einem „Klima von Missgunst und aggressiver, unversöhnlicher Ablehnung“, das sie sich selbst und ihrer Familie nicht länger zumuten wolle.

Röwekamp erklärte, er nehme die Entscheidung Mohr-Lüllmanns mit großem Respekt zur Kenntnis. Nun gelte es, „in der gebotenen Ruhe“ die Nachfolge zu regeln sowie Personalvorschläge für die Spitzenkandidatur für den Bundestag sowie für die Fraktionsspitze zu unterbreiten. „Hinter diesen Vorschlägen muss sich die breite Mehrheit der Partei versammeln können.“ Röwekamp kündigte an, der CDU-Fraktion vorzuschlagen, die Wahlen zum Fraktionsvorstand von Mai 2013 auf Mitte November 2012 vorzuziehen. „Die CDU darf sich nicht länger mit Personalfragen quälen, die Inhalte müssen wieder im Vordergrund stehen“, sagte er.

Zuvor Rücktrittsforderungen

Zuletzt sah sich die Parteivorsitzende immer stärker auch der Kritik in den eigenen Reihen ausgesetzt. Die Bremerhavener Kreisverband hatte am Mittwoch ihren Rücktritt gefordert. Hintergrund ist eine angebliche Äußerung der 55-Jährigen. Sie soll im Beisein einer SPD-Politikerin über „kriminelle Machenschaften“ in der Bremerhavener CDU gesprochen haben. Mohr-Lüllmann bestritt das am Sonntag erneut. Wegen dieses rufschädigenden Vorgehens kündigte sie auch rechtliche Schritte an.

Letztlich war die 55-Jährige wohl auch einem Beschluss des Landesvorstands zuvorgekommen. Nach einem Bericht von Radio Bremen sollte die Parteichefin auf einem außerordentlichen Landesparteitag abgewählt werden. Das sollte auf einer Sondersitzung des Vorstands am kommenden Donnerstag beschlossen werden.

„Den Weg freimachen für einen völligen Neuanfang"

Mohr-Lüllmann kündigte in ihrer Erklärung an, auch auf ihre Kandidatur für den Bundestag zu verzichten und das Amt als stellvertretende Fraktionsvorsitzende aufzugeben. Damit wolle sie „den Weg freimachen für einen völligen Neuanfang, der unverzichtbar für eine Gesundung der Bremer CDU ist“, sagte sie. Röwekamp rief sie auf, ebenfalls sein Amt als Fraktionsvorsitzender zur Verfügung zu stellen, damit „Partei und Fraktion endlich zur Ruhe kommen“.

Mit der 55-Jährigen verabschiedet sich auch der frühere Bremer Bürgermeister Hartmut Perschau als stellvertretender Vorsitzender der CDU Bremen. Auch er wolle mit seinem Rücktritt den Weg für einen völligen Neuanfang der Partei machen, erklärte er.

dapd/dpa

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