+
Brennpunkt Ventimiglia in Italien: Behörden bringen Flüchtlinge in Bussen weg.

Situation spitzt sich zu

Kritische Lage in Italien: Flüchtlinge in Bussen weggebracht

Ventimiglia - Zur Entschärfung der Flüchtlingssituation in der norditalienischen Stadt Ventimiglia bringen die Behörden derzeit Flüchtlinge mit Bussen in den Süden des Landes und nach Sardinien. In Italien kommen mehr Flüchtlinge an als noch 2015.

Zur Entschärfung der Flüchtlingssituation in der norditalienischen Stadt Ventimiglia bringen die Behörden derzeit Flüchtlinge mit Bussen in den Süden des Landes und nach Sardinien. Jeden Tag starteten zwei Busse, schrieb die Ansa am Donnerstag. Zumindest sei die Zahl der Flüchtlinge in dem Übergangslager der Stadt an der Riviera nicht mehr gestiegen. Der Plan von Polizeichef Franco Gabrielli gehe somit auf. Gut 600 Menschen verbrachten in dem Lager die Nacht zum Donnerstag, so viele wie in den vergangenen Tagen.

Die Flüchtlinge wollen von Ventimiglia nach Frankreich. Teils versuchen sie es zu Fuß über Klippen, teils zusammengepfercht in Transportern der Schlepper. Die französischen Behörden schicken die meisten zurück. Erst am Mittwoch hatten die Behörden einen Transporter mit acht Flüchtlingen aus Eritrea gestoppt, unter ihnen drei Frauen und zwei Kinder. Wenige Tage zuvor hatten Grenzpolizisten 28 Menschen aus Afrika in einem Transporter entdeckt.

In Italien kommen mehr Flüchtlinge an als noch 2015

In Como an der Grenze zur Schweiz kampieren seit Wochen Hunderte Flüchtlinge am Bahnhof. Auch sie wollen nach Norden. Nun wurde ein Platz gefunden, um eine Zeltstadt zu errichten, berichteten die Behörden. In einer ersten Phase könnten dort ab September 300 Flüchtlinge unterkommen.

Ein Ende der Krise ist nicht absehbar. Allein im Juli kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex rund 25 300 Flüchtlinge in Italien an, zwölf Prozent mehr als im Juli 2015. Die meisten Migranten stammten demnach aus Nigeria und Eritrea.

Auch ihn Rumänien mehr Flüchtlinge

Rumänien verstärkt die Überwachung an der Grenze zum Nachbarland Serbien, um die illegale Einreise von Flüchtlingen zu unterbinden. Der Grenzschutz solle personell verstärkt und mit Spürhunden, Wärmebildkameras und einem Hubschrauber ausgerüstet werden, teilte das Innenministerium in Bukarest am Freitag mit.

Rumänien reagiert damit auf Versuche mehrerer Flüchtlingsgruppen, von Serbien aus in das Land einzureisen. Rumänien gehört bislang nicht zur Hauptroute von Flüchtlingen aus den nahöstlichen Konfliktgebieten Richtung Westeuropa.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fall Amri: Rufe nach Neuorganisation der Terrorabwehr
Alle kritisieren Versäumnisse, keiner will so recht Schuld haben: Vier Wochen nach dem Berliner Terroranschlag steht das Versagen der Behörden im Mittelpunkt. Politiker …
Fall Amri: Rufe nach Neuorganisation der Terrorabwehr
Pretzell und Petry kritisieren Äußerungen von Höcke
Dresden - Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke hat mit massiver Kritik am Holocaust-Gedenken der Deutschen Empörung ausgelöst - auch innerhalb der eigenen Partei.
Pretzell und Petry kritisieren Äußerungen von Höcke
Merkel und Gentiloni: „Das sind die großen Aufgaben“
Berlin - Deutschland und Italien wollen angesichts des wachsenden Rechtspopulismus und der Unklarheiten über den Kurs des künftigen US-Präsidenten Donald Trump eng bei …
Merkel und Gentiloni: „Das sind die großen Aufgaben“
Höcke löst mit Kritik an Holocaust-Gedenken Empörung aus
Björn Höcke ist für gezielte Provokationen bekannt. Schon oft hat sich der Thüringer AfD-Chef mit rechten Sprüchen hervorgetan. Mit einer Rede in Dresden testet er …
Höcke löst mit Kritik an Holocaust-Gedenken Empörung aus

Kommentare