+
EU und Großbritannien

Geld, Menschen, Sprache

Brexit-Folgen: Sieben Dinge, die uns fehlen würden

Brüssel/London - Weniger Geld, weniger Macht, weniger Vielfalt: Nicht alle Folgen eines Brexits sind für die EU unkalkulierbar. Eine Auswahl absehbarer Veränderungen im Überblick.

Update vom 24. Juni 2016: Die Briten haben sich für den Brexit entschieden. Welche Folgen hat das für Deutschland und Europa?

Update vom 22. Juni 2016: Am Donnerstag stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab. Alle aktuellen Infos finden Sie in unserem News-Blog zum Brexit.

MENSCHEN: Würde Großbritannien nicht mehr dazugehören, könnte die EU nicht mehr stolz davon sprechen eine Staatengemeinschaft mit einer halbe Milliarde Menschen zu sein. Die Einwohnerzahl würde von zuletzt 508 Millionen auf rund 444 Millionen sinken. Letztere Zahl lässt sich beim besten Willen nicht mehr auf eine halbe Milliarde aufrunden.

GELD: Wer Geld hat, hat Macht, sagt man. Das Vereinigte Königreich steuerte zuletzt jährlich Milliardenbeiträge zum EU-Haushalt bei und war nach Deutschland und Frankreich drittgrößter Nettozahler. Ein Brexit könnte erhebliche Mehrausgaben für andere EU-Länder bedeuten. Die Bertelsmann-Stiftung schätzt, dass allein auf Deutschland pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro zusätzlich jährlich zukommen dürften.

WIRTSCHAFTSKRAFT: Mit einem Bruttoinlandsprodukt von zuletzt knapp 2,57 Billionen Euro (2015) ist Großbritannien die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt und die zweitgrößte in der EU. Zur Wirtschaftsleistung des Staatenbundes trägt das Vereinigte Königreich immerhin fast 18 Prozent bei.

UN-MANDAT: Neben Geld ist die Mitgliedschaft in exklusiven Zirkeln wichtig. Großbritannien ist neben Frankreich das einzige EU-Land, das einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat. Sollte das Vereinigte Königreich austreten, dürfte die EU an Macht verlieren.

MONARCHIE: Von den 28 EU-Mitgliedstaaten gibt es in sieben die Monarchie als Staatsform. Mit einem Ausstieg des Vereinigten Königreichs würde die EU mit Queen Elizabeth II. nicht nur das verfassungsgemäße Staats- und Kirchenoberhaupt Großbritanniens verlieren, sondern auch die älteste amtierende Königin der Union. Monarchien gäbe es innerhalb der EU dann nur noch in Belgien, Dänemark, Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und Spanien.

SPRACHE: Zwar kann man sich in fast allen Mitgliedsländern der EU auf Englisch verständigen. Doch in nur drei Ländern des Staatenbundes ist Englisch auch offizielle Amtssprache. Bei einem Ausscheiden Großbritanniens wäre das nur noch in Irland und Malta der Fall.

EU-ABGEORDNETE: 73 Abgeordnete aus Großbritannien sitzen derzeit im Europäischen Parlament. Sie würden im Falle eines Brexits spätestens 2019 ihren Job verlieren. Im Abgeordnetenhaus würden dann nur noch 678 Volksvertreter sitzen.

Brexit: Gründe, Folgen, Umfragen

Was sind die Gründe für einen Austritt aus der EU? Was die Vor- und Nachteile? Was wären die Folgen? Wie steht es in den Umfragen? Und wann findet die Abstimmung statt? Wir machen den Brexit-Check.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

19-Jähriger gibt Anschlagspläne für Elton-John-Konzert zu
London - Bei einem Prozess in London hat ein 19-jähriger Islamist zugegeben, einen Anschlag auf ein Konzert von Popstar Elton John oder eine beliebte Einkaufsstraße …
19-Jähriger gibt Anschlagspläne für Elton-John-Konzert zu
Terroralarm in London: Mann festgenommen - Zeugen berichten
London - Die britische Haupstadt ist wohl erneut ins Fadenkreuz des Terror geraten: Bei einem Großeinsatz in London ist ein Mann festgenommen worden.
Terroralarm in London: Mann festgenommen - Zeugen berichten
„Kabarettist“ Söder: Werde Ministerpräsident, wenn Club Meister wird
München - Mit viel Selbstironie hat Finanzminister Markus Söder (CSU) beim traditionellen Maibock-Anstich auf Horst Seehofers verschobenes Karriereende reagiert.
„Kabarettist“ Söder: Werde Ministerpräsident, wenn Club Meister wird
Bundestag billigt Milliarden-Programm für neue Kitaplätze
Berlin - Ein zusätzliches Investitionsprogramm für 100.000 neue Kita-Plätze soll das Betreuungsangebot für Kinder in Deutschland verbessern.
Bundestag billigt Milliarden-Programm für neue Kitaplätze

Kommentare