Ein Überblick

Brexit: Diese Unternehmen denken übers Abwandern nach

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London/München –  Easyjet, Visacard, Vodafone: Zahlreiche Unternehmen denken nach der Entscheidung über den Brexit über einen Umzug auf den Kontinent nach. Ein Überblick.

Der Brexit ist noch nicht vollzogen, doch immer mehr Unternehmen denken über einen Umzug von der Insel auf den Kontinent nach, um die Vorteile des EU-Binnenmarktes weiter nutzen zu können, oder überdenken ihre Investitionen in Großbritannien. Ein Überblick:

Deutsche Börse/LSE – Die Finanzaufsicht Bafin ist gegen London als Sitz der geplanten europäischen Superbörse aus Deutscher Börse und London Stock Exchange. „Es ist schwer vorstellbar, dass der wichtigste Börsenplatz im Euroraum von einem Standort außerhalb der EU gesteuert wird“, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld. Das Votum der Aktionäre zu dem Deal wird nach dem 12. Juli erwartet. Allerdings rechnen immer mehr Finanzmarktexperten damit, dass der Zusammenschluss wegen politischer Widerstände sowie einer Zurückhaltung der Investoren gar nicht zustande kommt.

Goldman Sachs und Morgan Stanley – Die US-Investmentbanken haben zwar Berichte dementiert, wonach sie bereits in großem Maßstab Büroflächen in Frankfurt angemietet haben sollen. Doch beide Banken, die in London 11 500 Angestellte beschäftigen, haben vor dem Referendum gewarnt, im Falle eines Brexits könnten tausende Arbeitsplätze in andere Länder verlegt werden.

Siemens – Der Münchner Weltkonzern baut derzeit im nordenglischen Hull ein Werk für Windrad-Rotoren, das tausend Arbeitsplätze bietet und ab nächstes Jahr in die Produktion gehen soll. Überlegungen für weitere Investitionen in diesem Bereich will Siemens aber zurückstellen, bis sich die Zukunft der Beziehungen zwischen dem Königreich und der EU geklärt hat.

Vodafone – Der Mobilfunk-Gigant denkt bereits intensiv über eine Verlegung seines Hauptsitzes aufs Festland nach. Und Nordrhein-Westfalen hat Vodafone bereits Avancen gemacht: „Wir breiten gerne den roten Teppich aus“, sagte Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD).

Atomkraftwerk Hinkley Point – Hinter dem auf 23 Milliarden Euro veranschlagte Projekt des französischen Staatskonzerns EDF stehen mit dem Brexit Fragezeichen. Frankreichs Finanzminister Michel Sapin erklärte, die Umsetzung des Großprojekts werde „schwieriger“ durch den drohenden Austritt. „Wir müssen jetzt erst mal sehen, wo wir stehen“.

Easyjet – Die britische Billigfluggesellschaft hat seit der Brexit-Entscheidung schon einen 30-prozentigen Kursverlust an der Börse hinnehmen müssen. Wie lange der Hauptsitz noch in Luton bleibt, ist ungewiss. Easyjet-Chefin Carolyn McCall beantwortet entsprechende Fragen so: „Abwarten“.

Virgin – Der Unternehmer Richard Branson sagte die geplante Übernahme einer Firma ab. Der Deal hätte laut Branson 3000 Arbeitsplätze in Großbritannien gesichert. Den Namen der Firma nannte Branson nicht.

Visa – Die Kreditkartenfirma muss einer EU-Auflage zufolge die Daten des Unternehmens in einem Land der Europäischen Union lagern. Deshalb, so berichtet der Sender Sky News, könne Visas Datenzentrum nicht in Großbritannien bleiben. 

Rubriklistenbild: © dpa

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