Riesen-Ansturm

Briefwahl-Rekorde in bayerischen Großstädten

München - Viele Bayern machen ihr Kreuz in diesem Jahr lieber daheim. Bis kurz vor Toresschluss strömen Bürger in die Briefwahlämter. Viele Rathäuser melden: So einen Ansturm gab es noch nie.

Der Ansturm auf die Briefwahl hat bis kurz vor der Landtagswahl angehalten und Bayerns Großstädten neue Rekorde beschert. So viele Bürger wie nie zuvor entschieden sich dort für die Abstimmung per Post. In München beantragten bis Freitagvormittag gut 257 000 Wähler ihre Stimmzettel. Das sind fast 80 Prozent mehr als bei der letzten Wahl - und bereits deutlich mehr als ein Viertel aller Wahlberechtigten. Nürnberg zählte 75 000 ausgegebene Wahlunterlagen, vor fünf Jahren waren es nur 46 000.

Ergebnisse der Landtagswahl Bayern 2013 finden Sie ab Sonntagabend hier - ebenso ab jetzt die Ergebnisse von 2008!

„Ich bin seit 20 Jahren Wahlleiter, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der Leiter des Augsburger Bürgeramtes, Klaus Sulzberger. Dort gingen bis Freitag knapp 31 000 Anträge ein, 2008 waren es 17 000. Die Stadt Regensburg lag bei knapp 24 000 Anträgen, rund 70 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Landtagswahl Bayern in Zahlen und Fakten

Landtagswahl Bayern in Zahlen und Fakten

Die unerwartet hohe Nachfrage hatte die Wahlämter vor Schwierigkeiten gestellt. So mussten viele Kommunen eilig Unterlagen nachdrucken, einige Rathäuser stellten zusätzliche Mitarbeiter ab oder legten Sonderschichten ein. Erstmals konnte die Briefwahl in diesem Jahr ohne Gründe beantragt werden. In Nürnberg hatten zudem Probleme bei der Zustellung für Wirbel gesorgt, schuld soll ein privater Briefzusteller sein. Das Wahlamt stellte auf Antrag Ersatz-Wahlscheine aus. Leiter Wolf Schäfer berichtete am Freitag, dass inzwischen deutlich weniger Betroffene anriefen.

Erststimme, Zweitstimme: Das müssen Sie wissen

Bis Freitagnachmittag konnten Bürger die Briefwahl beantragen. Abgegeben werden können die Wahlumschläge bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag. Erst dann ist klar, wie viele der Stimmzettel auch ausgefüllt und abgegeben wurden. Erfahrungsgemäß ist die Wahlbeteiligung der Briefwähler aber sehr hoch.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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