Offene K-Frage

Brinkhaus statt Laschet? Umfragen und Politiker bringen neuen Kandidaten ins Spiel - „charmante Alternative“

Eigentlich schien es in der K-Frage nur zwei Optionen für die Union zu geben: Armin Laschet oder Markus Söder. Nun könnte ein dritter Kandidat die Runde aufmischen.

München - Zwischen Ostern und Pfingsten soll sie geklärt werden, doch bis dahin ist es eine Frage die CDU und CSU weiterhin umtreibt: Wer wird für die Bundestagswahl im September Kanzlerkandidat der Union? Bisher sah es danach aus, als würde sich das Rennen zwischen Armin Laschet und Markus Söder entscheiden. Nun bringen erste Unions-Politiker einen dritten Kandidaten ins Spiel, den Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus.

Söder in Umfragen klar vor Laschet: Viele wollen Bayerns Ministerpräsidenten als Kanzlerkandidaten

Macht es der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet oder geht die Entscheidung doch zugunsten von Bayerns Regierungschef Markus Söder aus? Diese Frage beschäftigt nicht nur die die beiden Schwesterparteien der Union in den vergangenen Wochen stark. Zuletzt gaben auch zahlreiche CDU-Politiker an, lieber den CSU-Mann in der Rolle des Kanzlerkandidaten sehen zu wollen. Bundestagsabgeordnete aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen bestätigten gegenüber dem Spiegel diese Meinung. Denn Laschet liegt in Umfragen in der Bevölkerung weit hinter dem Bayerischen Ministerpräsidenten.

In dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend legte der bayerische Ministerpräsident im Vergleich zur vorherigen Umfrage noch einmal um drei Punkte auf 54 Prozent zu. Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet sackte dagegen um drei Punkte auf 19 Prozent ab. Noch klarer zeichnet sich dieses Bild bei Unions-Anhängern ab: Vier Fünftel der Unions-Anhänger (79 Prozent) halten Söder für einen guten Kanzlerkandidaten, bei Laschet glauben dies nur 29 Prozent der Unions-Anhänger.

Räumt Brinkhaus das Feld von hinten auf? Umfragen und Politiker stellen ihn zur Diskussion

Nun wird in der CDU noch ein dritter Mann in den Topf der möglichen Kanzlerkandidaten geworfen. Verschiedene Abgeordnete aus dem Bundestag und Landesparlamenten gaben dies gegenüber dem Spiegel an. „Geeignet wäre Ralph Brinkhaus. Ich bin ein absoluter Fan von ihm, insoweit hätte er meine volle Unterstützung, wenn es tatsächlich zu einer Kandidatur kommen sollte!“, erklärte zum Beispiel Michael von Abercron, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Schleswig-Holstein. Er hält auch Söder für eine gute Option, meint aber Brinkhaus sei eine „charmante Alternative“, wenn er denn antrete.

Dieser Meinung schließt sich Sepp Müller, Bundestagsabgeordneter aus Sachsen-Anhalt im Wesentlichen an. Ein besonderer Pluspunkt:  „Ralph Brinkhaus hat in unserer Fraktion bei der bedauerlichen Maskenaffäre klar und schnell gehandelt. In der CDU sehe ich ihn im Moment vorn“, sagt er. „Ralph Brinkhaus ist integer. Er tritt klar und robust auf und ist authentisch“, lobt auch CDU-Bundestagsabgeordneter Stefan Sauer. Viele weiter schließen sich dem positiven Bild an. Von Brinkhaus selbst gab es zunächst aber kein Signal, ob er eine Kandidatur in Betracht zieht.

Laschet oder Brinkhaus: Eine Kandidatur käme dem CDU-Chef nicht recht

Eine Kandidatur von Brinkhaus fiele vor allem zum Leidwesen von Armin Laschet aus. Nach wie vor gilt es als wahrscheinlicher, dass ein Kandidat aus der CDU für die Union im September als Kanzlerkandidat antritt. Der Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag sammelt derzeit viel Zustimmung - und hatte bereits vor ein paar Wochen angekündigt, dass die Fraktion bei der Nominierung eines Kandidaten als miteinbezogen werden wolle. (mam/AFP)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

Auch interessant

Kommentare