+
Theresa May besuchte Ende Januar Donald Trump.

Nach heftigen Protesten

Briten haben angeblich ungewöhnlichen Plan gegen Trump

London - Nach heftigen Protesten gegen den geplanten Besuch von Donald Trump in Großbritannien will die Regierung in London nun offenbar einen besonders umstrittenen Auftritt des US-Präsidenten im Parlament abwenden.

Wie die Zeitung "Guardian" am Samstag berichtete, soll Trump nicht wie bei Staatsbesuchen üblich vor dem Unter- und Oberhaus reden. Um Trump nicht zu brüskieren, suche die Regierung nach einem Termin außerhalb der Sitzungszeiten des Parlaments.

Premierministerin Theresa May hatte Trump bei ihrem Besuch in Washington im Namen von Königin Elizabeth II. nach Großbritannien eingeladen. Eine Petition an das britische Parlament gegen den Staatsbesuch wurde mittlerweile von mehr als 1,8 Millionen Menschen unterzeichnet.

Auch der Präsident des britischen Unterhauses, John Bercow, hatte sich strikt gegen einen Besuch Trumps in der Parlamentskammer ausgesprochen. Bercow sagte am Montag, eine Rede vor dem Unterhaus sei kein "automatisches Recht", sondern eine Ehre. Bercow verknüpfte seine Ablehnung direkt mit Trumps umstrittenem Einreiseverbot. Das britische Unterhaus lehne Rassismus und Sexismus klar ab und setze sich zudem für eine unabhängige Justiz ein, sagte Bercow.

Wie der "Guardian" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, soll der Trump-Besuch wahrscheinlich Ende August oder Anfang September stattfinden, möglichst von Donnerstag bis Sonntag. Die Queen hält sich im August und September normalerweise auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral auf. Ganz in der Nähe hat Trump einen Golfplatz. Wegen möglicher Proteste könnte das Staatsbankett demnach zudem nicht im Buckingham-Palast, sondern im Schloss Windsor westlich von London stattfinden.

Die Zeitung "Daily Mail" berichtete dagegen ebenfalls unter Berufung auf Regierungskreise, dass Trump bisher gar kein "Interesse" an einer Rede im Parlament gezeigt habe. Frühere US-Präsidenten wie Ronald Reagan, Bill Clinton und Barack Obama hatten bei ihren Staatsbesuchen in Großbritannien eine Rede im Parlament gehalten.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps denkwürdiger Auftritt hinterlässt ein aufgebrachtes Land
Geplant war nur ein Statement zur Infrastruktur im Trump-Tower. Dann aber kamen Fragen zur Gewalt von Charlottesville. Der denkwürdige Auftritt von Donald Trump …
Trumps denkwürdiger Auftritt hinterlässt ein aufgebrachtes Land
Polizei setzte sich bei G20-Einsatz über Verbot hinweg
Die Polizei überschritt bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg offenbar ihre Kompetenzen. Besonders über ein Verbot setzten sich die Sicherheitskräfte hinweg.
Polizei setzte sich bei G20-Einsatz über Verbot hinweg
Trump zieht Notbremse und löst zwei Beraterkreise auf
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump löst nach harscher Kritik an seiner Haltung zur Gewalt in Charlottesville kurzerhand zwei Beraterkreise im Weißen Haus auf. …
Trump zieht Notbremse und löst zwei Beraterkreise auf
Kommentar: SPD in der Putin-Falle
„Privatsache“ sei  der neue Öl-Job für Ex-Kanzler Gerhard Schröder beim russischen Staatskonzern Rosneft, behauptet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Ein schwerer …
Kommentar: SPD in der Putin-Falle

Kommentare