+
Lutz Bachmann wurde an der Einreise nach Großbritannien gehindert. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

Pegida-Wortführer

Britische Behörden verweigern Lutz Bachmann die Einreise

Die Anwesenheit des Pegida-Wortführers in Großbritanniens sei "dem Allgemeinwohl nicht zuträglich", heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums in London. Eine Nichtregierungsorganisation bezichtigt ihn, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu missbrauchen.

London (dpa) - Die britischen Behörden haben dem Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Bewegung Lutz Bachmann die Einreise nach Großbritannien verweigert. Das bestätigte das Innenministerium in London der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach wurde Bachmann bereits am Samstag am Flughafen Stansted abgewiesen und am Sonntag zurück nach Deutschland gebracht. Seine Anwesenheit in Großbritannien sei "dem Allgemeinwohl nicht zuträglich", hieß es in einer Mitteilung. Weitere Details wollte das Ministerium nicht preisgeben.

Bachmann postete auf seinem Facebook-Konto mehrere Videos aus einem Abschiebezentrum, in dem er offenbar die Nacht verbringen musste. Er habe sein Handy an den Sicherheitskräften vorbei dort hineingeschmuggelt, lässt er darin wissen.

Eigenen Angaben zufolge wollte Bachmann bei einer Veranstaltung am Sonntag an der Speaker's Corner im Londoner Hyde Park auftreten. Er habe dort eine Rede des De-facto-Chefs der rechtsextremen Identitären in Österreich, Martin Sellner, verlesen wollen. Das sei der Grund für die Verweigerung seiner Einreise gewesen, so Bachmann auf Facebook.

Die britische Nichtregierungsorganisation "Hope not Hate" (Hoffnung, nicht Hass), die sich unter anderem gegen Rechtsextremismus einsetzt, zeigte sich nicht überrascht über die Einreiseverweigerung. Der Pegida-Wortführer und seine Verbündeten in Großbritannien hätten das Recht auf freie Meinungsäußerung und Soziale Netzwerke missbraucht, um "vergiftete Ansichten" zu verbreiten, hieß es in einer Mitteilung.

Die Organisation hatte bereits in der vergangenen Woche über den geplanten Auftritt Bachmanns in London berichtet. Sellner sei zuvor ebenfalls an der Einreise gehindert worden, heißt es auf der Webseite der Organisation. Das Innenministerium machte dazu keine Angaben.

Facebook-Konto Bachmanns (nicht verifiziert)

Webseite "Hope not Hate" - Englisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Salah Abdeslam soll an den islamistischen Anschlägen sowohl in Paris als auch in Brüssel beteiligt gewesen sein. Nun ist das erste Urteil gegen ihn gefällt worden. Ein …
Abdeslam wegen Schießerei zu 20 Jahren Haft verurteilt
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
Das kleine Armenien ist in einer schwierigen Lage. Deshalb hielt sich der starke Mann Sersch Sargsjan lange für unentbehrlich - zu lange. Denn die Bürger des Landes …
Armeniens Ministerpräsident Sargsjan tritt zurück
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Jürgen Klopp warnt vor den negativen Folgen eines EU-Austritts von Großbritannien. Außerdem hat er einen besonderen Vorschlag zu diesem brisanten Thema.
„Brexit ergibt keinen Sinn“ - Klopp überrascht mit ungewöhnlichem Vorschlag
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden
In wenigen Tagen treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump. Im Vorfeld hat Angela Merkel nun einige Bemerkungen bezüglich internationaler …
Merkel vor Trump-Treffen: Das ist elementare Voraussetzung für Frieden

Kommentare