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Das Schiff "HMS St. Albans" der britischen Marine begleitet in der Nordsee das russische Kriegsschiff "Admiral Gorshkow". Foto: Royal Navy/AP

Angespannte Beziehungen

Britische Marine überwacht russisches Kriegsschiff

Russland schickt seine neueste Fregatte in die Nordsee - auf Probefahrt, wie es heißt. Doch das misstrauische Großbritannien geht lieber auf Nummer sicher.

London (dpa) - Die britische Marine hat wegen der angespannten Beziehungen zwischen London und Moskau ein neues russisches Kriegsschiff in der Nordsee begleitet.

"Ich werde nicht zögern, unsere Gewässer zu verteidigen, und ich werde keine Form von Aggression tolerieren", sagte Verteidigungsminister Gavin Williamson laut einer Mitteilung der Royal Navy. Es seien über Weihnachten vermehrt russische Schiffe nahe britischer Hoheitsgewässer aufgetaucht.

Unklar war aber, ob die Schiffe tatsächlich zeitweise auch in britischen Hoheitsgewässern unterwegs waren. Ein Sprecher des Verteidigungsministers sagte dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nur, die Schiffe hätten sich in einem "Gebiet von britischem Interesse" aufgehalten.

Die 190 Mann starke "HMS St Albans" eskortierte über Weihnachten die russische Fregatte "Admiral Gorschkow". Einen ähnlichen Vorfall mit einem russischen Aufklärungsschiff hat es laut Ministerium an Heiligabend gegeben. Ein Hubschrauber soll britischen Medien zufolge außerdem zwei weitere russische Schiffe beobachtet haben. In London gibt es Bedenken, dass fremde Schiffe Unterseekabel für den Datentransfer kappen könnten.

Nach russischer Darstellung war die neue und hochmoderne "Admiral Gorschkow" auf einer Erprobungsfahrt, bevor sie offiziell in Dienst gestellt wird. Alle Systeme müssten noch einmal erprobt werden, sagte Alexej Rachmanow, Leiter der Vereinigten Schiffbaukorporation USC, der Agentur Tass.

Erst kurz vor Weihnachten hatten Russland und Großbritannien vergeblich einen Neuanfang ihrer angespannten Beziehungen versucht. Boris Johnson war als erster britischer Außenminister seit fünf Jahren nach Moskau gekommen und hatte Russland aufgefordert, nicht mehr mit Cyberattacken die Stabilität in Europa zu untergraben. "Es gibt Bereiche, in denen sich Russland feindseliger gegenüber unseren Interessen verhält als je zuvor seit Ende des Kalten Krieges", sagte Johnson am Freitag. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

Williamson ist erst seit November Verteidigungsminister. Sein Vorgänger Michael Fallon, ein enger Vertrauter von Premierministerin Theresa May, trat wegen sexueller Belästigung von seinem Amt zurück.

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