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Vize-Premierminister und Kabinettschef Damian Green.

Polizei ermittelt 

Vorwürfe sexueller Belästigung: Vize-Premier von Theresa May tritt zurück

Der britische Vize-Premierminister und Kabinettschef Damian Green ist am Mittwochabend in London zurückgetreten. Gegen ihn lief eine interne Untersuchung wegen Belästigungsvorwürfen.

London - Zudem hatten ihn Ex-Polizisten beschuldigt, auf einem seiner Dienstrechner Pornografie gefunden zu haben.

Premierministerin Theresa May erklärte am Mittwoch in einem an Green gerichteten Brief, sie bedaure den Rücktritt. Demnach hatte sie ihren Stellvertreter selbst zu dem Schritt aufgefordert. Green gilt als einer der engsten Vertrauten der britischen Regierungschefin. In einem Brief an ihren Studienfreund schrieb May, sie bedaure dies "zutiefst" und empfinde "Dankbarkeit" für Greens Arbeit. 

Green hatte die Vorwürfe zunächst vehement bestritten. In einem Brief entschuldigte sich Green jetzt, er habe sich in Stellungnahmen zu den Vorwürfen missverständlich ausgedrückt.

Anfang November war bereits Verteidigungsminister Michael Fallon wegen Belästigungsvorwürfen zurückgetreten. Er hatte zugegeben, im Jahr 2002 einer Journalistin bei einem Abendessen am Rande eines Tory-Parteitags die Hand aufs Knie gelegt zu haben.

"Extrem" pornografisches Material auf Greens Parlamentscomputer gefunden 

Greens Eingeständnis steht im Zusammenhang mit Ermittlungen zum Fund von "extremem" pornografischem Material auf seinem Parlamentscomputer im Jahr 2008. Eine Untersuchung ergab, dass Green über die polizeilichen Ermittlungen Bescheid wusste, was er zunächst vehement bestritten hatte.

Über die Ermittlungen hatte die Zeitung "The Times" berichtet. Außerdem schrieb eine Journalistin in dem Blatt, Green habe sich ihr gegenüber im Jahr 2015 unangemessen verhalten. Eine Unterstützerin der Tories warf Green zudem vor, ihr die Hand aufs Knie gelegt und ihr eine anzügliche Textnachricht geschickt zu haben. Green wies die Vorwürfe als "völlig unwahr" zurück.

In der britischen Politik sind im Zuge der Enthüllungen um den US-Produzenten Harvey Weinstein zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung bekannt geworden. Außenhandels-Staatssekretär Mark Garnier hatte eingeräumt, seiner Sekretärin den Kauf von Vibratoren aufgetragen zu haben. Auch im Parlament wurden zahlreiche Belästigungsvorwürfe laut. Britische Parteichefs vereinbarten im November vereinfachte Beschwerdeverfahren bei sexuellen Übergriffen.

dpa/AFP

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