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Der Angeklagte Andre E.

André E. war auf dem Weg zum Bäcker

Bruder von NSU-Opfer geht auf Angeklagten los

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München - Die Familie des in Hamburg getöteten Süleyman Tasköprü trifft auf den mutmaßlichen Terrorhelfer André E. Für den Bruder des Opfers ist dieses Zusammentreffen zu viel: Er attackiert den Angeklagten.

André E., mutmaßlicher Helfer des Zwickauer Terror-Trios und Angeklagter im NSU-Prozess, will in der Mittagspause schnell zum Bäcker. Das macht er häufig so, er darf das, er ist auf freiem Fuß. Doch dieses Mal, am Montag, muss er an der Familie von Süleyman Tasköprü vorbei. Ihn haben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 27. Juni 2001 in Hamburg erschossen, am Montag soll sein Vater aussagen. Bruder und Schwester des Ermordeten warten mit ihm gemeinsam vor dem Gebäude des Strafjustizzentrums, als André E. vorbeiläuft. Die direkte Konfrontation ist zu viel für den Bruder: Er setzt dem 34-Jährigen nach, beleidigt und bedroht ihn. Nur mit Mühe kann seine Schwester ihn zurückhalten, sie weint dabei. André E. beschleunigt seine Schritte, verschwindet um die Ecke.

Die Szene zeigt, unter welch emotionaler Anspannung die Angehörigen der Opfer im NSU-Prozess stehen – auch, wenn die eigentlichen Taten zum Teil schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen. Zum ersten Mal treffen die Familien hier auf die fünf Angeklagten, die im Umfeld der Mörder agiert haben sollen.

Auch der 67-jährige Vater hat heute noch Mühe, zu verstehen, dass es ausgerechnet seinen Sohn getroffen hat. „Was wollten sie von ihm?“, fragt er. „Wir lebten von unserem eigenen Geld, was wollten diese Leute von uns?“ Als Ali Tasköprü am Tattag in den Laden zurückkehrte – er hatte nur schnell ein paar Oliven besorgt –, lag sein Sohn in einer Blutlache am Boden. „Ich habe ihn auf meinen Schoß genommen“, sagt er. „Er wollte mir was sagen, aber er konnte nicht.“ Kurz zuvor hatte der Vater noch zwei Männer aus dem Laden kommen sehen. Er sagte der Polizei, dass es zwei Deutsche waren, doch mangels genauerer Beschreibung wurde die Spur nicht weiter verfolgt. Aus heutiger Sicht waren es vermutlich Böhnhardt und Mundlos.  

akg

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