+
Günther Oettinger: „Bundesminister sollten hauptsächlich aus Brüssel arbeiten.“

EU-Haushaltskommissar

Oettinger: Bundesminister sollten hauptsächlich aus Brüssel arbeiten

Günther Oettinger findet, dass die deutschen Bundesminister in den EU-Hauptstädte Brüssel oder Luxemburg arbeiten sollten. 

Brüssel - EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) fordert die Bundesminister auf, ihre Hauptarbeitsorte künftig von Berlin in die EU-Hauptstädte Brüssel oder Luxemburg zu verlegen. Viele politische Fragen könne die EU wesentlich effizienter lösen als ein Nationalstaat, von daher würde die Bundesrepublik von einem solchen Schritt selbst profitieren, sagte Oettinger dem „Focus“.

Deutschland habe ein großes Stimmengewicht in der EU

Als Beispiel nannte er die Genehmigung eines Handelsabkommens oder Regeln in der Industriepolitik, bei der die Entscheidungen der EU-Gremien maßgebend seien. „Das heißt aber: Der Hauptarbeitsplatz von immer mehr Bundesministern müsste Brüssel und Luxemburg werden und nicht mehr Berlin“, argumentierte Oettinger. Deutschland habe ein großes Stimmengewicht in der EU. „Und damit käme die Arbeit im Grunde genommen sowohl Europa als auch deutschen Arbeitsplätzen zugute.“

Der 65-Jährige brachte zudem gemeinsame Reisen von EU-Staats- und Regierungschefs ins nichteuropäische Ausland ins Spiel. „Ich würde mir wünschen, dass nicht nur deutsche Wirtschaftsdelegationen mit deutschen Regierungsmitgliedern nach China fahren, sondern dass die Europäer gemeinsam dort auftreten.“ So könnten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker einen solchen Trip beispielsweise zusammen mit Vertretern wichtiger europäischer Unternehmen in Angriff nehmen, sagte der Christdemokrat.

Lesen Sie auch:  Britische Ministerin wirft Juncker „grauenhaftes“ Verhalten gegenüber Frauen vor

Oettinger will in die Privatwirtschaft

Der im kommenden Jahr aus der EU-Kommission scheidende Oettinger kündigte an, nach Ostern über seine berufliche Zukunft zu entscheiden. „Ich will in der Privatwirtschaft noch mal vollberuflich tätig werden. International.“ Er habe eine Reihe von Anfragen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CDU-Vorsitz: Das Sündenregister des Friedrich Merz 
Faktencheck: Was ist dran an den in den Social Media kursierenden Vorwürfen gegen den CDU-Vorsitz-Aspiranten Friedrich Merz?
CDU-Vorsitz: Das Sündenregister des Friedrich Merz 
Nato berät nach Angriff auf türkische Soldaten in Idlib
Politiker warnen vor einem Krieg des Nato-Partners Türkei mit Syrien. Die Nato erklärt sich solidarisch mit Ankara. Spielt die Türkei mit dem Flüchtlingspakt, um mehr …
Nato berät nach Angriff auf türkische Soldaten in Idlib
Coronavirus-Krisenstab: Merkel berät sich mit Spahn und Seehofer - muss Mega-Messe abgesagt werden?
Im Coronavirus-Krisenstab bespricht sich Kanzlerin Merkel mit Gesundheits- und Innenministerium - es geht auch um Veranstaltungen wie Konzerte. 
Coronavirus-Krisenstab: Merkel berät sich mit Spahn und Seehofer - muss Mega-Messe abgesagt werden?
USA-Taliban-Abkommen erwartet: Anfang vom Ende des Krieges?
Der US-Truppen-Kommandeur schießt Selfies mit Afghanen, Kämpfer der Taliban organisieren Sportwettkämpfe. In den vergangenen Tagen haben sich ungewohnte Bilder in dem …
USA-Taliban-Abkommen erwartet: Anfang vom Ende des Krieges?

Kommentare