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Wasserwerfer werden gegen Flüchtlinge eingesetzt.

Flüchtlingsdrama spitzt sich zu

Brutale Szenen in Ungarn - Neue Route durch Kroatien

Zagreb - Ungarn bleibt bei seiner harten Haltung - und setzt an der Grenze zu Serbien Tränengas und Wasserwerfer gegen Flüchtlinge ein. Tausende verzweifelte Menschen suchen nun neue Wege nach Nordwesten.

Nach Abriegelung der ungarischen Grenze stellen sich Kroatien und Slowenien auf die Durchreise Tausender Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens ein. Der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic kündigte am Mittwoch in Zagreb an, dass aus Serbien einreisende Migranten sein Land passieren dürften. Sollte es notwendig werden, werde in Absprache mit Slowenien ein Korridor in Richtung Österreich eingerichtet, erklärte der kroatische Innenminister Ranko Ostojic.

An der ungarischen Grenze zu Serbien kam es zu Tumulten, als aufgebrachte Flüchtlinge versuchten, auf ungarisches Gebiet zu gelangen. Die dortige Polizei reagierte mit Tränengas und Wasserwerfern, wie Ungarns Medien übereinstimmend berichteten. Die Polizei verstärkte ihr Aufgebot.

In Ungarn kommen inzwischen kaum noch Flüchtlinge an. Am Dienstag zählte die Polizei nur noch 366 illegal eingewanderte Menschen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Kurz vor Abriegelung der Grenze waren es am Montag noch 9380 gewesen. Ungarn war bisher Haupt-Transitland auf der Flüchtlingsroute über den Balkan.

Ungarns Außenminister Szjjarto sagte im Staatsfernsehen, er habe in einem Telefonat mit seinem serbischen Kollegen Ivica Dacic verlangt, dass die serbischen Behörden am Schauplatz des Konflikts „sofort“ eingreifen sollten. Dacic habe dazu gesagt, dass darüber nur der serbische Innenminister entschieden könne, den er sofort verständigen wolle.

Kroatiens Präsident Milanovic sagte im Parlament, die Menschen, die sein Land erreichten, könnten durchreisen. „Diese Leute sind da, es sind Frauen, Kinder und Männer, die leben und etwas erreichen wollen.“ Es seien jedoch Menschen, die nicht in Kroatien leben wollten. Bereits am Mittwochvormittag griff die kroatische Polizei Hunderte Migranten auf.

Slowenien liegt zwischen Kroatien und Österreich und gehört bereits zur Schengen-Zone. Das EU-Land Kroatien ist noch kein Schengen-Land. Um das Entstehen neuer Flüchtlingsrouten aus der Türkei zu verhindern, kündigten die EU-Länder Griechenland und Bulgarien an, Grenzzäune zu verstärken.

Österreich stellt sich auf eine Verlagerung der Flüchtlingsrouten in die Alpenrepublik von Ungarn in Richtung Slowenien ein. Die Polizei sollte im Laufe des Tages mit Kontrollen an der südlichen Grenze zu Slowenien beginnen, wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Mittwoch mitteilte.

Die Versorgung und Sicherheit der Menschen stehe im Vordergrund, sagte Mikl-Leitner. Jeder, der einen Asylantrag stellen wolle, könne dies tun. Die Menschen müssten jedoch wissen, dass Österreich grenzenlose Migrationsströme nicht akzeptieren könne. An der Grenze zu Slowenien soll nach ihren Worten auch mit Kontrollen in Zügen und Bussen begonnen werden.

Am Salzburger Hauptbahnhof galt die Situation als angespannt, der Zugverkehr von dort nach Deutschland musste eingestellt werden. Bis zu 2000 Flüchtlinge hielten sich am Mittwoch auf dem Areal auf, 1200 hatten bereits die Nacht in einem provisorischen Lager in der Tiefgarage des Bahnhofs verbracht. Später machten sich Hunderte Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg Richtung deutscher Grenze.

Die Zahl der Flüchtlinge, die von Österreich nach Deutschland kommen, stieg zuletzt wieder. Unter anderen wurden entlang des Grenzflusses Inn in den Landkreisen Passau und Rottal-Inn seit Dienstag mehr als 1000 Flüchtlinge aufgegriffen. Sie waren zu Fuß über Brücken und Stauwehre auf die deutsche Seite gelangt.

Das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend weckte bei den Ministerpräsidenten der Länder weitreichende Erwartungen für den Flüchtlingsgipfel am Donnerstag kommender Woche. So sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die angekündigte Bereitstellung von 40 000 Erstaufnahmeplätzen für Flüchtlinge durch den Bund sei „sehr hilfreich“. Die Mainzer Regierungschefin sagte dem Deutschlandradio Kultur aber auch: „Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass der Bund an der einen oder anderen Stelle schon viel konkreter geworden wäre.“

Der Bund will die Länder bei der Erstaufnahme und Verteilung von Flüchtlingen in Deutschland stärker entlasten - darauf verständigten sich Merkel und die Ministerpräsidenten am späten Abend bei dem rund vierstündigen Sondertreffen mit mehr als 70 Teilnehmern in Berlin. „Der Bund wird gemeinsam mit den Ländern in Zukunft nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auch die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Länder managen“, kündigte Merkel an. So sollten Verteilzentren geschaffen werden: „Solche Drehkreuze sind notwendig.“ Die Bundeswehr sei bereit, verstärkt Personal bereitzustellen.

Alle aktuellen Informationen zur Flüchtlingskrise finden Sie in unserem Ticker.

dpa

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