+
Verdi-Chef Frank Bsirske

Bsirske weist Kritik an Erbschaftssteuer-Reform zurück

Berlin - Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, hat die Kritik der Wirtschaft an der geplanten Erbschaftsteuer-Reform zurückgewiesen.

„Deutschland ist eine Steueroase für große Erbschaften und Vermögen. Dieser Zustand muss beendet werden“, sagte Bsirske der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Es ist inakzeptabel, dass jemand, der Millionen an Privatvermögen besitzt und dazu noch mal Millionen erbt, sich davor drückt, Erbschaftssteuer zu bezahlen. Das Klagelied der Unternehmerverbände ist lächerlich. In Frankreich ist die Besteuerung großer Erbschaften viermal so hoch.“

Die Karlsruher Richter hatten die seit 2009 geltende großzügige Verschonung von Betriebsvermögen gekippt. Derzeit können Firmenerben von Steuern teils oder ganz befreit werden, wenn sie den Betrieb mehrere Jahre fortführen, Arbeitsplätze erhalten und wenn ein Großteil des Betriebsvermögens in die Produktion eingebunden ist.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat nun Reform-Eckpunkte vorgelegt, die schärfer ausfallen, als von der Wirtschaft erwartet. Danach müssten mehr Firmenerben und Unternehmen nachweisen, dass sie die Erbschaft- oder Schenkungsteuer nicht verkraften, um vom Fiskus verschont zu werden. Dagegen laufen Union und Wirtschaftsverbände Sturm. Aber auch bei Finanzministern der Länder werden Schäubles Vorschläge kritisiert.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

1350 kleine Gipfel: Das hat die Siko gebracht
Die Regierenden ziehen ab mit ihren Blaulicht-Limousinen, hinterlassen erschöpfte Organisatoren, durchfrorene Polizisten – und viele Fragen. Ist die Welt besser nach …
1350 kleine Gipfel: Das hat die Siko gebracht
Umfrage: SPD überholt die Union - AfD im Sinkflug 
Berlin - Die SPD bleibt mit ihrem Kanzlerkandidaten Schulz obenauf und lässt die Union in einer neuen Umfrage knapp hinter sich. Auch Rot-Rot-Grün hätte eine Mehrheit - …
Umfrage: SPD überholt die Union - AfD im Sinkflug 
„Trump-Effekt“: Mexiko setzt auf Europa
Frankfurt/Mexiko-Stadt - Kein Termin für ein Treffen des mexikanischen und amerikanischen Präsidenten, keine Verhandlungen über eine Grenzmauer - Mexiko versucht …
„Trump-Effekt“: Mexiko setzt auf Europa
Ära Correa endet: Ecuador wählt neuen Präsidenten
Quito - Mit sprudelnden Öleinnahmen führte Rafael Correa Ecuador zu neuer Blüte und verringerte die Armut. Dann fiel der Preis - und mit ihm Correas Popularität. Wer …
Ära Correa endet: Ecuador wählt neuen Präsidenten

Kommentare