+
Konferenz der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Foto: Thomas Imo/Photothek.net/dpa

US-Außenminister

Kerry rechnet mit "mehrjährigem Kampf" gegen IS

Paris - Die IS-Terrormiliz kann immer wieder Erfolge im Irak und in Syrien verbuchen. Die internationale Koalition setzt im Kampf gegen die Dschihadisten auf Entschlossenheit - und langen Atem.

Die von den USA geführte internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rechnet mit einem langfristigen Einsatz gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien.

US-Außenminister John Kerry sprach in einer Telefonbotschaft an die Pariser Konferenz des Bündnisses nach US-Angaben von einem "mehrjährigen Kampf". Gleichzeitig betonte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Dienstag nach dem Treffen die "völlige Entschlossenheit" der Koalition.

Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi forderte erneut mehr militärische Unterstützung für die Bodentruppen seines Landes. Kerry sicherte dem Irak die Lieferung von Panzerabwehrgeschützen noch in dieser Woche zu. Sein Vize Antony Blinken betonte in Paris, die notwendigen Waffen sollten von den Koalitionspartnern kommen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius.

Vor Konferenzbeginn hatte Al-Abadi dem Bündnis mangelnde Unterstützung vorgeworfen und von "Versagen der internationalen Gemeinschaft" gesprochen. Sein Land erhalte zu wenig Waffen und Munition. "Wir haben nicht viel bekommen, fast nichts." Irakische Truppen haben bereits mehrfach auf der Flucht vor IS-Milizen umfangreiche Waffenarsenale zurückgelassen. Auch nach Einschätzung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist im Kampf gegen die Terrormiliz erst ein "Teilstück" erreicht. "Niemand hat geglaubt, dass ein einfacher Sieg über Isis möglich ist. Es kommt darauf an, dass wir einen langem Atem behalten."

Steinmeier kündigte bei dem Treffen an, dass Deutschland 20 Millionen Euro für den Wiederaufbau in Gebieten zur Verfügung stellen wird, aus denen der IS vertrieben wurde. Zugleich forderte er andere Staaten auf, diesem Beispiel zu folgen.

Bei einem anschließenden Treffen mit Al-Abadi forderte Frankreichs Präsident François Hollande den Regierungschef nach Angaben des Élysée auf, wichtige Reformen für eine nationale Aussöhnung umzusetzen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die erste Runde ist geschafft: So verlief am Freitag die Jamaika-Sondierung
In konstruktiver Atmosphäre, aber ohne nennenswerte Fortschritte ist die erste Sondierungsrunde von CDU, CSU, FDP und Grünen zu Ende gegangen.
Die erste Runde ist geschafft: So verlief am Freitag die Jamaika-Sondierung
Ungewöhnlicher Protest in Katalonien: Alle heben gleichzeitig Geld ab
Der Konflikt zwischen der spanischen Zentralregierung und den Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien spitzt sich zu. Befürworter der Unabhängigkeit starteten eine …
Ungewöhnlicher Protest in Katalonien: Alle heben gleichzeitig Geld ab
CSU Oberbayern fordert: Aigner muss weg von Seehofers Rockzipfel
Es rumpelt und kracht in der CSU: Auch in Oberbayern wird das Murren über Horst Seehofer lauter. Mit ins Feuer gerät die Bezirksvorsitzende. Ilse Aigner setzt nun auf …
CSU Oberbayern fordert: Aigner muss weg von Seehofers Rockzipfel
Spanien will Krise um Katalonien mit Neuwahl beilegen
Ein behutsames Vorgehen statt harter Strafmaßnahmen soll einen Neuanfang mit einer anderen Regierung in Barcelona ermöglichen. Die Separatisten antworten mit neuen …
Spanien will Krise um Katalonien mit Neuwahl beilegen

Kommentare