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Asyl-Protest der AfD in Thüringen: Viele Kommunalpolitiker beklagen, dass sie persönlich wegen der Flüchtlingspolitik angegangen werden.

Fast jeder zweite wurde schon beschimpft

Bürgermeister beklagen Hasswelle wegen Einsatzes für Flüchtlinge

Berlin - Fast jeder zweite deutsche Bürgermeister ist wegen seiner Flüchtlingspolitik schon beschimpft oder beleidigt worden. Das ist das traurige Ergebnis einer Umfrage.

Das Magazin "Kommunal“ hatte dazu 1000 deutsche Bürgermeister befragt und veröffentlichte nun die Ergebnisse. Das Spektrum reicht dabei von Verunglimpfungen und beleidigenden Mails über Schmierereien an Hauswänden bis hin zu toten Ratten vor der Haustür. Persönliche körperliche Angriffe sind demnach bisher die Ausnahme. Aber Immerhin: 6 Prozent der Befragten gaben an, angegriffen worden zu sein, davon die Hälfte im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik.

Gleichwohl ist die Mehrheit der Bürgermeister laut der Umfrage in der Flüchtlingspolitik weiterhin optimistisch. Nur 14 Prozent der Kommunen sehen sich aktuell überfordert. Mehr als die Hälfte der deutschen Bürgermeister ist sich aber sicher, dass ihre Gemeinde an ihre Grenzen stoßen wird, wenn der Flüchtlingszustrom auf dem Niveau des Jahres 2015 geblieben wäre. Ein knappes Drittel macht sich keine Sorgen.

Schelte für den Bund für fehlende Unterstützung

Verantwortlich für die Situation vor Ort machen die Bürgermeister vor allem den Bund. 52 Prozent der befragten Bürgermeister fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen. Auch die Landesregierungen werden nach Meinung von fast 40 Prozent ihrer Verantwortung nicht gerecht. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Landkreisen hingegen wird von der großen Mehrheit der Bürgermeister als „gut“ bezeichnet.

dpa

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