Der Landrat ist der höchste Beamte im Kreis
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Der Landrat ist der höchste Beamte im Kreis

Aufgaben von Bürgermeistern

Bürgermeister: Aufgaben des höchsten Beamten in der Gemeinde

Als Vorsitz der Verwaltung und Gesicht einer Gemeinde spielen Bürgermeister eine sehr wichtige Rolle. Die Beamten vertreten ihre Gemeinden auch im Landkreis.

  • Bürgermeister und Landräte spielen in allen deutschen Bundesländern eine wichtige Rolle, da sie der Verwaltung vorstehen 
  • Zudem gehört es zu den Aufgaben von Bürgermeistern, ihre Gemeinde zu vertreten 
  • Bürgermeister sind wichtige Beamte und haben zahlreiche Kompetenzen in der Kommunalpolitik in Deutschland, die sich jedoch je nach Bundesland unterscheiden; sie werden in kreisfreien Städten zum wichtigsten Beamten, während Landräte das Äquivalent für Landkreise darstellen

Der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin leitet eine Gemeinde und spielt somit eine zentrale Rolle. Je nach Bundesland und Kommunalwahlrecht ist der Bürgermeister meist für eine Zeit von fünf bis acht Jahren im Amt. Seine Wahl erfolgt direkt oder indirekt. Normalerweise arbeitet er hauptamtlich, manchmal aber auch ehrenamtlich. Letzteres ist in kleinen Gemeinden der Fall.

Die wichtigsten Aufgaben des Bürgermeisters besteht darin, den Gemeinderat oder Stadtrat sowie die Verwaltung zu leiten. Gemeinsam mit den Ratsmitgliedern entscheidet der Bürgermeister soziale und wirtschaftliche Anliegen der Gemeinde, wie etwa den Bau einer neuen Sportanlage oder einer neuen Straße. Zudem vertreten Bürgermeister ihre Gemeinde als Spitze der Verwaltung nach außen. Bei wichtigen Anlässen ist der Bürgermeister das Gesicht der Gemeinde oder der Stadt.

In Deutschland werden Landkreise von Landräten vertreten, kreisfreie Städte werden jedoch von ihrem Bürgermeister repräsentiert, sodass sie eine sehr wichtige Rolle einnehmen. Sie sind, ähnlich wie Landräte, Beamte und nutzen ihre Kompetenzen unter anderem, um die Interessen ihrer Stadt im Bundesland zu vertreten.

Der Landrat in Deutschland

Landräte sind in Deutschland dafür zuständig, einen Landkreis oder Kreis zu vertreten. Sie sind der oberste Kommunalbeamte, Hauptverwaltungsbeamte und exekutives Organ in einem. In manchen Bundesländern dienen Landräte und Bürgermeister zudem als untere staatliche Verwaltungsbehörde und haben somit eine Doppelstellung.

In den meisten Bundesländern erfolgt die Wahl zum Landrat direkt durch die Kreisbürger. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wird der Landrat hingegen vom Kreistag gewählt. Je nach Bundesland ist mit "Landrat" nicht nur eine Person, sondern auch die vom Landrat geleitete Behörde, die Kreisverwaltung, gemeint.

Die Aufgaben eines Landrates ähneln den Kompetenzen von Bürgermeistern. Sie vertreten ihren Landkreis nach innen und nach außen, wobei sie mit den Bürgermeistern kleinerer Städte im Kreis zusammenarbeiten. Zudem kommunizieren die Landräte mit den Bürgermeistern von benachbarten kreisfreien Städten. Die genauen Kompetenzen unterscheiden sich nach Bundesland, sie sind aber bundesweit sehr ähnlich.

Übrigens: Landräte sind je nach Bundesland auch unter älteren Bezeichnungen wie Hauptverwaltungsbeamter, Oberkreisdirektor oder "Erster Landesbeamter" bekannt.

Höchster Beamter der Verwaltung im Landkreis

Hauptamtliche Bürgermeister sind normalerweise als Beamte angestellt. Wenn sie einer kreisfreien Stadt vorstehen, werden sie in Deutschland meist als Oberbürgermeister bezeichnet. Sie arbeiten dann mit einem Stellvertreter oder mehreren Beigeordneten, die manchmal als Bürgermeister für bestimmte Kompetenzen fungieren, zusammen.

Im Landkreis ist der Landrat der höchste Beamte. Nach deutschem Kommunalrecht handelt es sich bei einem Landkreis um einen Gemeindeverband oder eine Gebietskörperschaft. Hier gilt die kommunale Selbstverwaltung. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ist der Begriff Kreis statt Landkreis verbreitet. In den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg gibt es keine Kreise. Alle kreisangehörigen Gemeinden arbeiten in einem engen partnerschaftlichen Verhältnis zusammen, um Aufgaben zu erledigen.

Kreisfreie Städte oder Stadtkreise sind hingegen meist selbständiger als Gemeinden. Sie übernehmen alle Aufgaben und Kompetenzen, die sich sonst die Gemeinden in einem Landkreis teilen. Zusätzlich ist eine Zusammenarbeit zwischen kreisfreien Städten, die von Bürgermeistern vertreten werden, und Landkreisen, die von Landräten vertreten werden, nötig. Die regional höchstgestellten Beamten kooperieren miteinander und vertreten ihre Gebietskörperschaft.

Kompetenzen von Bürgermeistern und Landräten

Bürgermeister von kreisfreien Städten und Landräte haben vergleichbare Kompetenzen. Sie stehen der jeweiligen Verwaltung vor, die eine Reihe von Aufgaben übernimmt. Die Kommunen sind zum Beispiel dafür zuständig, Sozialhilfe-Leistungen zu gewähren, den öffentlichen Verkehr zu organisieren und Natur- und Landschaftsschutzgebiete einzurichten. Auch die Abfallbeseitigung, das Rettungswesen sowie der Brand- und Katastrophenschutz sind Aufgaben des Landkreises oder einer kreisfreien Stadt.

Darüber hinaus sind die Städte und Kreise für das Gesundheitswesen, die Lebensmittelüberwachung, das Führerscheinweisen, die Kraftfahrzeug-Zulassung, den Bau und die Unterhaltung von Kreisschulen, die kommunale Familienpolitik sowie berufsbildende Schulen und Sonderschulen zuständig. In manchen Bundesländern in Deutschland haben die Kommunen zusätzlich die Verantwortung für das Liegenschaftskataster und können somit Vermessungen durchführen und Bebauungspläne entwerfen. Oft gehören zudem die Jugendpflege und -betreuung, Erziehung und Bauaufsicht zu den Aufgaben der Verwaltung. Die jeweiligen Entscheidungen fällen der Landrat bzw. Bürgermeister und seine Behörde zum Teil selbst, zum Teil benötigen sie die Zustimmung von Stadtrat oder Kreistag.

Außerdem vertreten Bürgermeister und Landräte ihren Kreis oder ihre Stadt in der Öffentlichkeit, setzen sich für die Interessen ihrer Wählerschaft ein und nehmen repräsentative Aufgaben wahr. Sie sprechen sehr häufig mit den Medien und haben typischerweise einen vollen Terminplan, da sie das Gesicht ihres Kreises oder ihrer Stadt sind. Nach der Wahl dürfen Landräte und Bürgermeister Vertreter sowie Unterstützer einsetzen, die oft ehrenamtlich wirken oder für bestimmte Themen im Landkreis oder der kreisfreien Stadt zuständig sind.

Die Wahl zum Bürgermeister nach Bundesland

Sowohl die Wahlen zum Bürgermeister als auch zum Landrat richten sich nach dem jeweiligen Kommunalwahlrecht. Auch innerhalb des gleichen Bundeslandes können die Regeln teils voneinander abweichen, aber grundsätzlich gibt es in Deutschland pro Bundesland ein Kommunalrecht. Details sind unter anderem davon abhängig, ob es sich um einen Landkreis, eine kreisfreie Stadt oder eine Landeshauptstadt handelt.

Landräte und Bürgermeister dürfen parteilos sein, aber auch einer Partei angehören. Letzteres ist üblich, da die Wahlchance mit der Unterstützung durch eine Partei als aussichtsreicher gilt. Da sie jedoch den ganzen Kreis oder die ganze Stadt vertreten, wird von ihnen erwartet, dass sie die Aufgaben rund um die Verwaltung unparteiisch erledigen und alle politischen Parteien dabei respektieren. Zu den Kompetenzen dieser Beamten gehört daher die Fähigkeit, fair und parteilos zu agieren – unabhängig von ihrer persönlichen Weltsicht.

Landräte und Bürgermeister werden je nach Bundesland direkt oder indirekt gewählt. Bei der Wahl ist eine absolute Mehrheitswahl verbreitet. Wenn es zu einer Stichwahl kommt, treten die zwei Bewerber mit den höchsten Stimmergebnissen gegeneinander an. Auch die Amtsdauer unterscheidet sich und hängt bei Bürgermeistern davon ab, ob sie hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig sind. Hauptamtliche Bürgermeister und Landräte müssen meist zwischen 25 und 65 Jahren alt sein.

Übersicht der Amtsdauer von Landräten nach Bundesland

Die folgende Übersicht zeigt, wie lange Landräte in welchem Bundesland im Amt bleiben dürfen: 

  • Baden-Württemberg: 8 Jahre 
  • Bayern: 6 Jahre 
  • Brandenburg: 8 Jahre 
  • Hessen: 6 Jahre 
  • Mecklenburg-Vorpommern: 7 bis 9 Jahre 
  • Niedersachsen: 5 Jahre 
  • Nordrhein-Westfalen: 5 Jahre 
  • Rheinland-Pfalz: 8 Jahre 
  • Saarland: 10 Jahre 
  • Sachsen: 7 Jahre 
  • Sachsen-Anhalt: 7 Jahre 
  • Schleswig-Holstein: 6 bis 8 Jahre 
  • Thüringen: 6 Jahre

Der gewählte Landrat leitet als höchster Beamter im Landkreis die Sitzungen des Kreistages, nimmt Aufgaben der Verwaltung wahr und ist ab seiner Wahl auch an die Weisungen der staatlichen Mittel- und Oberbehörden gebunden. Die Besoldung richtet sich bei Hauptverwaltungsbeamten und Landräten nach der jeweiligen Kommunalbesoldungsordnung. Diese wird je nach Bundesland zum Beispiel nach Einwohnerzahl des Landkreises berechnet. 

Übrigens: In manchen Gemeinden in Deutschland ist es möglich, sich schon ab dem Alter von 18 Jahren zum Landrat wählen zu lassen.

Von Laura Puttkamer

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