Die Hansestadt wählt

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: Parteien, Kandidaten, Prognosen - alles, was Sie wissen müssen

Am 23. Februar 2020 findet die Bürgerschaftswahl in Hamburg statt. Wie wird gewählt? Wer sind die Kandidaten? Die wichtigsten Fakten.

  • Am 23. Februar 2020 findet die Bürgerschaftswahl in Hamburg statt.
  • Die Bürgerschaft ist das Landesparlament der Hamburger - zuständig für Gesetzgebung und Haushalt.
  • Prognosen vor der Wahl deuteten an, dass es eine neue stärkste Partei geben kann.

Hamburg - Am 23. Februar dürfen alle Hamburger, die über 16 Jahre alt sind und eine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, wählen. Gewählt wird die Bürgerschaft - das Landesparlament der Hansestadt. Mit ihrer Stimme entscheiden die Wähler über die politischen Verhältnisse für die nächsten fünf Jahre - denn die Hamburger Bürgerschaft ist das oberste Vertretungs- und Entscheidungsgremium Hamburgs, das per Direktwahl gewählt wird. 

Zu den Aufgaben der Bürgerschaft zählen neben Gesetzgebung und Haushalt auch die Kontrolle des Senats sowie die Wahl des ersten Bürgermeisters als Regierungschef. Die Präsidentin der Hamburger Bürgerschaft heißt Carola Veit (SPD). Hamburgs Erster Bürgermeister ist Peter Tschentscher (SPD), der 2018 ins Amt gewählt wurde, weil sein Vorgänger Olaf Scholz Finanzminister im Bundeskabinett wurde.

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: Das ist die Ausgangslage

Vor der Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg sieht die Situation wie folgt aus: Es sitzen Vertreter aus sechs Fraktionen in der Hamburger Bürgerschaft - drei Abgeordnete sind fraktionslos. Die SPD ist mit 59 Abgeordneten am Stärksten vertreten, gefolgt von 20 Abgeordneten der CDU-Fraktion und 14 Abgeordneten der Fraktionen der Grünen sowie zehn Abgeordneten der Fraktionen der Linken, neun Abgeordneten der Fraktion der FDP und sechs Abgeordneten der AfD-Fraktion. 

Dass sich die Mehrheitsverhältnisse nach der Bürgerschaftswahl 2020 ändern könnten, zeigen Umfragen aus den Wochen vor der Wahl. Und da die Bürgerschaft den Bürgermeister wählt, könnte es sogar einen Wechsel an der Spitze Hamburgs geben. Die größten Chancen auf das Bürgermeisteramt werden aktuell Amtsinhaber Peter Tschentscher (SPD) und Herausforderin Katharina Fegebank (Grüne), aktuell zweite Bürgermeisterin,  eingeräumt.

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: Das sind die Spitzenkandidaten

Jede Partei stellt einen oder mehrere Spitzenkandidaten. Sie stehen ganz oben auf der Landesliste der Partei, die seit Mitte Dezember öffentlich einsehbar sind und auch auf den Stimmzetteln abgedruckt sind, die an die Wahlberechtigten verschickt wurden. 

  • SPD: Dr. Peter Tschentscher
  • CDU: Marcus Weinberg
  • DIE LINKE: Cansu Özdemir
  • GRÜNE: Katharina Fegebank
  • FDP: Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein
  • AfD: Dirk-Wolfgang Nockemann
  • ÖDP: Volker Behrendt 
  • PIRATEN: Stephanie Böhning
  • Die PARTEI: Katharina Luise Lotti Denker
  • Die Humanisten: Michael Brandt
  • Gesundheitsforschung: Ruth Kopelke
  • Tierschutzpartei: Patricia Schröter Morales
  • FREIE WÄHLER: Katrin Kuntze
  • Volt Hamburg: Mira Alexander
  • Tierschutz hier! Hamburg: Maike Drewes

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: Der Wahl-O-Mat als Entscheidungshilfe

Zur Bürgerschaftswahl 2020 in Hamburg treten 773 Kandidaten an. Welcher Partei man seine Stimme geben möchte, lässt sich über den Wahl-O-Mat zur Hamburger Wahl 2020 ausprobieren - der Onlinetest zeigt, mit welchen Parteien man am Häufigsten die Meinung teilt. Die Fragen reichen von Themengebieten wie dem Ausbau der Elbe und der Mietpreisbremse bis hin zum Schulsystem und kulturellen Angebot der Stadt. Nicht zu jeder Frage muss man im Wahl-O-Mat eine Meinung haben - einzelne Themen können auch übersprungen werden, dafür andere Fragen stärker gewichtet. Für welche Forderungen die einzelnen Parteien und ihre Kandidaten stehen, kann der Wähler anschließend auch detaillierter betrachten.

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: Wahllokal oder Briefwahl - Wie kann ich wählen?

Wahlberechtigt sind alle Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die über 16 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Hamburg wohnen - und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Seit 20. Januar wurden Wahlbenachrichtigungen verschickt, die auch schon Muster der Stimmzettel für den 23. Februar enthalten. Wer schon vorab wählen möchte, kann das auch tun: Im Umschlag befindet sich ein vorausgefüllter Briefwahlantrag, mit dem man die Unterlagen zur Briefwahl anfordern kann. Alternativ können die Briefwahlunterlagen auch über ein Onlineformular beantragt werden. Sollte die Wahlbenachrichtigung verloren gehen - keine Panik: Auch ohne Wahlbenachrichtigung kann man am 23. Februar im Wahllokal zur Urnenwahl gehen. Voraussetzung ist nur, dass man für die Bürgerschaftswahl in Hamburg im Wahlberechtigtenverzeichnis eingetragen ist. 

Bürgerschaftswahl Hamburg 2020: So sehen die Stimmzettel aus 

Zwei Stimmzettel sind bei der Wahl auszufüllen: der gelbe Landeslistenstimmzettel und der rote Stimmzettel für den Wahlkreis. Die Wähler vergeben die Stimmen einzeln - und zwar auf jedem Zettel fünf.

Mit dem fünf Stimmen auf dem gelben Stimmzettel können die Wähler aus den Kandidaten wählen, die für ganz Hamburg antreten. Das Kreuzchen entscheidet dann gleichzeitig sowohl über die Mehrheitsverhältnisse der Parteien in der Bürgerschaft, als auch über die Reihenfolge der Kandidaten innerhalb der Parteien. 

Auf dem roten Stimmzettel stehen nur Kandidierende aus dem eigenen Wahlkreis zur Wahl - hier können sich auch parteilose Einzelkandidierende zur Wahl stellen. 

Wichtig zu wissen für den Wähler: Ein Kandidat kann auch alle fünf Stimmen auf einem Zettel bekommen - sogar neben dem Feld für die Gesamtliste einer Partei lassen sich alle fünf Kreuzchen setzen. Werden auf einem Stimmzettel mehr als fünf Kreuze gesetzt, verliert der Stimmzettel seine Gültigkeit.

Hamburger Bürgerschaftswahl 2020: Aktuelle Umfragen und Prognosen

Wäre am Sonntag schon Bürgerschaftswahl, dann würden die Hamburger nach jüngsten Umfrageergebnissen der SPD und den Grünen die meisten Stimmen geben, gefolgt von der CDU. Nach einer Infratest dimap-Befragung mit 1000 Wahlberechtigten könnten SPD und Grüne sogar gleich viele Stimmen bekommen.

Institut/Auftraggeber

Datum

CDU

SPD

GRÜNE

FDP

LINKE

AFD

SONSTIGE

Infratest dimap/NDR

09.01.2020

15%

29%

29%

7%

9%

7%

4%

Trend Research Hamburg/Radio Hamburg

09.01.2020

13%

32%

23%

8%

13%

8%

4%

Forsa/Hamburger Abendblatt

06.01.2020

16%

29%

26%

7%

10%

7%

5%

Infratest dimap/NDR

17.12.2019

17%

28%

26%

6%

11%

7%

5%

Trend Research Hamburg/Radio Hamburg

18.11.2019

13%

32%

23%

7%

12%

8%

4%

INSA/Bild

12.11.2019

17%

25%

26%

8%

12%

8%

4%

Trend Research Hamburg/ Hamburg Zwei

17.09.2019

14%

28%

28%

6%

11%

9%

4%

Quelle: wahlrecht.de

Hamburger Bürgerschaftswahl 2020: Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Die Wahllokale öffnen am 23. Februar um 8.00 Uhr. Bis 18.00 Uhr kann gewählt werden. Auch danach schließen die Wahllokale noch nicht - sie bleiben zur Auszählung der Landeswahllisten geöffnet. Auch die eigentliche Auszählung aller Stimmen am Montag ist öffentlich. 

Noch am Wahlabend wird die voraussichtliche Verteilung der Sitze in der Bürgerschaft ermittelt - mit den ersten Hochrechnungen ist direkt nach 18 Uhr zu rechnen. Verfolgen Sie die Entwicklungen am Wahlabend im Live-Ticker.

Das vorläufige Wahlergebnis soll im Laufe des Montagabends feststehen - das endgültige Ergebnis wird nach mehreren Überprüfungen aber erst deutlich später bekanntgegeben.

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Reinhardt

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