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Hubert Weiger, Chef des Bund Naturschutz.

Hubert Weiger über seinen Besuch bei der CSU-Klausur

Bund-Naturschutz-Chef: "CSU soll sich mehr um Wertkonservatives kümmern"

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Andechs - Die CSU lädt ihre bisher natürlichen Gegner ein: Bund-Naturschutz-Chef Hubert Weiger ist am Freitag Seehofers Klausur-Gast. Und er will in Andechs kräftig anecken.

Die CSU lädt ihre bisher natürlichen Gegner ein: Bund Naturschutz und der Deutsche Gewerkschaftsbund sind die zentralen Gäste der Vorstandsklausur am Freitag und Samstag in Kloster Andechs, dazu trotz Konzertsaaldebatte der Intendant der Staatsoper. Was wollten die der Seehofer-Partei schon immer ins Gesicht sagen? Wir fragen Prof. Hubert Weiger, den Bundesvorsitzenden des Bund Naturschutz.

Ein Besuch bei der CSU – haben Sie ein paar Mitgliedsanträge dabei?

Die haben wir immer dabei. Wo wir sind, versuchen wir, Menschen zu überzeugen, wie wichtig es ist, den Bund Naturschutz zu unterstützen. Manche Mandatsträger der CSU sind bei uns schon Mitglied. Dass ich als Vorsitzender die Möglichkeit habe, vor dem Parteivorstand zu reden, ist neu – ein gutes Signal.

Sind Sie zu Gast bei Freund oder Feind?

Zu Gast bei einer wichtigen Partei für Deutschlands Umweltpolitik. Da gibt es Konsens- und Dissenspunkte.

Die CSU muss Umwelt-Aktive doch verwundern. Hier für die sanfte Donau, dort hingegen für die dritte Startbahn. Staunen Sie mitunter?

Ja, in der Tat ist es eine Partei, die in manchen Fällen sich gegen einen zukunftsfähigen Natur- und Umweltschutz ausspricht, für den wir kämpfen. Dazu zählt der Einsatz von weiten Teilen der CSU für die dritte Startbahn. Die CSU ist aber auch in der Lage, Bevölkerungsströmungen aufzunehmen. Das hat sich verbessert unter Horst Seehofer. Darin sehe ich keinen Vorwurf der Wackelpolitik, sondern das ehrliche Interesse, zuzuhören. So war das bei der Änderung der Position zur Gentechnik, eine klarere Abkehr sogar als beim bayerischen Bauernverband. Auch bei der Donau. Und beim Atomausstieg – der der CSU wohl am schwersten gefallen ist, weil sie am längsten an der Kernenergie festhielt. Diese Kurswechsel sind zu honorieren. Positionen zu ändern ist die größere Leistung, als an falschen alten festzuhalten.

Ist die CSU schon eine Umweltpartei?

Mit Sicherheit nicht. Stichworte: Lockerung der Baugesetzgebung, Scheu vor klaren ordnungsrechtlichen Maßnahmen zum Landschaftsschutz, keine verpflichteten Gewässerrandstreifen.

Reden Sie Seehofer ins Gewissen: Lass das mit der dritten Startbahn?

Ja, ich werde unsere Positionen vertreten. Dieses Thema steht für die Frage, ob die CSU Entwicklungen erkennt: Die Zahl der Flugbewegungen sinkt. Nur aus Sicht eines Flughafenbetreibers mag es gar nicht genügend Startbahnen geben.

Reden wir über die neue Spitze des Umweltministeriums. Da ist ja jetzt... wie war der Name noch...?

Frau Ulrike Scharf.

Kennen Sie sich gut? Trauern Sie Marcel Huber nach, der bei den Verbänden als authentisch galt?

Was wir uns wünschen von der Umweltministerin: Dass sie öffentlich wahrnehmbarer als bisher Flagge zeigt für die Umwelt. Ein klassisches Beispiel ist der Ärger um das große Skigebiet Riedberger Horn im Allgäu, das massiv in die Alpen eingreift. Da war von ihr erst spät auf Nachfrage etwas zu hören. Positiv ist, dass sie die 3. Startbahn ablehnt.

Gibt es in der Politik, gerade in der Union, noch den alten Kampf Wirtschafts-Hardliner gegen Umwelt-Softies?

Ja, es gibt nach wie vor zentrale Missverständnisse und Unverständnisse. Zu oft wird Natur- und Umweltschutz als Blockade, als Fortschrittsverweigerung verkannt. In der jungen Generation in der Union und auch unter Kommunalpolitikern gibt es diese alten Gegensätze aber immer weniger. Mein Wunsch ist, dass sich die CSU mehr auf das Wertkonservative besinnt: den Schutz der Natur, des Wassers, der Luft und damit der Lebensqualität in Bayern.

Was sagen Sie, wenn bei der ergrünten CSU 20 Minister-Limousinen mit laufendem Motor vor der Tür stehen?

(lacht) Den Anblick sind wir in Bayern gewohnt. Auch das wird sich hoffentlich ändern. Ich setze auf eine andere Modellpolitik der bayerischen Staatskarossen-Hersteller. Umweltschutz muss sichtbarer zum Ausdruck gebracht werden, nicht als beliebige Floskel.

Interview: Christian Deutschländer

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