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Im Jahr 2015 werden in Deutschland viele Flüchtlinge erwartet.

Auch Abschiebungen auf hohem Niveau

Asylanträge: Rekord-Ansturm für 2015 erwartet

Berlin - Die Zahl der schutzsuchenden Flüchtlinge in Deutschland wird nach Einschätzung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in diesem Jahr um rund 50 Prozent steigen.

Die Behörde prognostiziert einen Anstieg auf mindestens 250 000 Erstanträge auf Asyl und weitere 50 000 Folgeanträge, wie die „Bild“-Zeitung (Donnerstag) berichtete. Das wäre der höchste Wert seit mehr als 20 Jahren. 1994 hatte die Zahl der Asylanträge dem Bericht zufolge bei rund 322 000 gelegen.

Als Erklärung für die Entwicklung nenne das Bundesamt in seiner Prognose mit dem Titel „Voraussichtliche Entwicklung der Zugänge von Asylbegehrenden“ unter anderem die Bürgerkriege in Syrien und im Irak sowie den Ukraine-Konflikt. Deshalb seien „deutliche Steigerungsraten“ für das laufende Jahr zu erwarten.

Die Zahl der Asylbewerber geht seit langem nach oben. 2014 wurden 202 834 Asylanträge gestellt, rund 60 Prozent mehr als 2013.

Mehrheit gegen Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern

Einer nationalen Auswertung des jüngsten „Eurobarometers“ zufolge, ist die Mehrheit der Deutschen gegen Einwanderung aus Ländern außerhalb der EU.

Zahl der Abschiebungen steigt auf höchsten Stand seit 2006

Auch die Zahl der Abschiebungen ist auf einem hohen Niveau. Aus Deutschland sind im vergangenen Jahr so viele Menschen abgeschoben worden wie seit acht Jahre nicht mehr, insgesamt 10 884 Personen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) berichtet. Demnach ist die Zahl der Abschiebungen nach Jahren des Rückgangs 2014 das zweite Mal in Folge gestiegen. Höher war sie zuletzt 2006, als 13 894 Menschen abgeschoben wurden. 2013 war erstmals wieder die 10 000er-Marke überschritten worden (10 198 Abschiebungen).

Derzeit leben in der Bundesrepublik mehr als 100 000 Geduldete - also Menschen, deren Asylantrag keinen Erfolg hatte, die aus verschiedenen Gründen aber nicht abgeschoben werden. Die Regierung will ihnen mehr Chancen auf ein sicheres Bleiberecht geben, wenn sie seit mehreren Jahren hier leben, ausreichende Deutschkenntnisse haben und ihren Lebensunterhalt überwiegend selbst sichern können. Gleichzeitig sind aber auch zahlreiche Verschärfungen im Aufenthaltsrecht vorgesehen.

dpa/AFP

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