+
Eine exemplarischer Flüchtlingsausweis.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt bekannt

Bislang mehr als 90 000 Flüchtlingsausweise ausgestellt

Nürnberg - Der Datensatz ist riesig - und er soll Ordnung ins Chaos bringen. Seit Februar bekommen Asylbewerber einen Flüchtlingsausweis. Von den gesammelten Daten profitieren gleich mehrere Behörden.

Er sollte Unordnung, Missbrauch und Intransparenz ein Ende setzen - und wird mittlerweile deutschlandweit ausgestellt: der Flüchtlingsausweis. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben inzwischen mehr als 90 000 Asylsuchende den Ankunftsnachweis - wie das Dokument im Behördendeutsch heißt - bekommen. Deutschlandweit gibt es beim Bamf und in den Einrichtungen der Länder inzwischen mehr als 1200 Stationen, an denen die Ausweise ausgestellt werden.

Die Einführung des Dokuments, das weder Ausweis noch Ausweisersatz sei, war Ende Januar vom Bundesrat gebilligt und seit Mitte Februar umgesetzt worden. Das Papier sollte das Asylverfahren beschleunigen und Missbrauch durch Mehrfachregistrierungen verhindern. „Es ist dringend geboten, Ordnung in die Verfahren zu bringen“, hatte die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), damals gesagt. „Es ist wichtig, dass wir wissen, wer bei uns ist.“

So werden neben Name, Geburtsdatum, Körpergröße, Augenfarbe und Lichtbild auch Daten wie die zuständige Aufnahmeeinrichtung und die ausstellende Behörde erfasst. Die Registrierung erfolgt beim ersten Kontakt der Migranten mit den Behörden - etwa durch die Polizei an der Grenze oder in den Aufnahmeeinrichtungen sowie den Ankunfts- und Registrierzentren der Länder.

Über ein sogenanntes Kerndatensystem werden die Daten sofort an alle beteiligten Behörden weitergeleitet. So sollen etwa Kriminelle unter den Flüchtlingen ausfindig gemacht werden. Dazu gleichen die Sicherheitsbehörden die Daten mit den bestehenden Datenbanken ab.

Zusätzlich zu den Merkmalen und Daten, die mit dem Flüchtlingsausweis erfasst werden, werden im Kerndatensystem weitere Informationen gespeichert: Fingerabdrücke etwa, Gesundheitsdaten oder Daten zum beruflichen Hintergrund, zur Teilnahme an Integrationskursen und zu Sprachkenntnissen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erdogans AKP sieht Beziehungen zu Berlin auf Weg zur Normalisierung
Die positive Entwicklung im Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei geht weiter: Die Regierungspartei AKP sendet nach einem Termin mit Korrespondenten friedvolle …
Erdogans AKP sieht Beziehungen zu Berlin auf Weg zur Normalisierung
Was die Grünen nach dem Jamaika-Aus über die Regierungsbildung denken
Am Samstag analysieren die Grünen das Aus der Sondierungen und beraten über das weitere Vorgehen - auch bezüglich Kompromissbereitschaft. Eine Wende gibt es offenbar in …
Was die Grünen nach dem Jamaika-Aus über die Regierungsbildung denken
Gesetzliche Krankenkassen mit 2,5 Milliarden Euro Überschuss
Berlin (dpa) - Die gesetzlichen Krankenkassen haben ihre Überschüsse nach einem Zeitungsbericht weiter erhöht. Nachdem die 113 Kassen zur Jahresmitte knapp 1,5 …
Gesetzliche Krankenkassen mit 2,5 Milliarden Euro Überschuss
AfD und FDP bereiten Initiativen gegen Familiennachzug vor
Die Bundestagsfraktionen von AfD und FDP bereiten unabhängig voneinander Gesetzesinitiativen vor, um den umstrittenen Familiennachzug zu Flüchtlingen zu unterbinden.
AfD und FDP bereiten Initiativen gegen Familiennachzug vor

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion