Für das Jahr 2015

Bundesamt rechnet mit 230.000 Asylanträgen

Berlin - Auf eine Gesamtzahl von rund 230.000 Asylanträgen für das kommende Jahr stellen sich die deutschen Behörden laut einem Medienbericht ein. Das wären gut 100.000 Anträge mehr als im Jahr 2013.

Die deutschen Behörden stellen sich auf weiter steigende Zahlen von Asylbewerbern ein. Eine Gesamtzahl von 230.000 Asylanträgen sei 2015 "im Bereich des Möglichen", sagte der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Manfred Schmidt, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Dies wären gut 100.000 Anträge mehr als 2013.

Schmidt begründete seine Schätzung unter anderem mit der aktuellen Verfolgungssituation in den wichtigsten Herkunftsländern und mit der Attraktivität Deutschlands als Zufluchtsland. Er stütze sich außerdem auf Informationen über Flüchtlings-Reisewege aus dem Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrum irreguläre Migration.

Im Jahr 2013 waren in Deutschland noch 127.000 Asylanträge gestellt worden; dies war der höchste Stand seit 14 Jahren. Im laufenden Jahr wurde diese Zahl bereits übertroffen: Von Anfang Januar bis Oktober 2014 beantragten mehr als 158.000 Menschen in Deutschland Asyl. Viele Asylsuchende kommen aus den Krisenstaaten Syrien, Irak und Afghanistan.

Herrmann: Flüchtlinge nach Quotenschlüssel auf EU-Staaten aufteilen

Der bayerische Innenminister Joachim Hermann (CSU) forderte, Flüchtlinge in Europa künftig nach einem Quotenschlüssel auf alle EU-Staaten aufzuteilen. Da das bisherige System "offenbar so nicht mehr funktioniert", müsse es ersetzt werden, sagte Hermann dem "Spiegel".

Die bisherige Regelung sieht vor, dass derjenige EU-Staat einen Asylantrag zu prüfen hat, wo er gestellt wurde. Hermann warf namentlich Italien vor, diese Regel zu verletzten und Flüchtlinge ohne Registrierung nach Deutschland weiterreisen zu lassen, das sich dann um den Asylantrag kümmern müsse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dankte derweil den viele freiwilligen Helfern in Flüchtlingseinrichtungen. Sie trügen dazu bei, "dass es den Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland doch recht gut oder angemessen geht", sagte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

Die Kanzlerin verwies darauf, dass der Bund den Ländern und Kommunen zusätzliche Finanzmittel für die Unterbringung der vielen Flüchtlinge zugesagt habe. Für Entlastung werde auch die Entscheidung sorgen, die drei Balkan-Staaten Serbien, Bosnien und Montenegro zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. "Das ermöglicht es uns auch, Asylverfahren schneller durchführen zu können", sagte Merkel.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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