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Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Keine größeren ökonomischen Verwerfungen

Bundesbank-Chef: Unmittelbaren Auswirkungen von US-Strafzöllen begrenzt 

Jens Weidmann, der Präsident der Bundesbank, schätzt die Auswirkungen der amerikanischen Zusatzzölle auf Stahl und Aluminiumprodukte als begrenzt ein. 

Whistler - Bundesbankpräsident Jens Weidmann rechnet wegen der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zusatzzölle für Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa zunächst nicht mit größeren ökonomischen Verwerfungen. „Die unmittelbaren Auswirkungen der jetzigen Beschlüsse sind meines Erachtens begrenzt. Wir reden hier über 0,04 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union“, sagte Weidmann beim G7-Finanzministertreffen im kanadischen Whistler dem ZDF. Zugleich betonte Weidmann, das sei natürlich eine Eskalation des Handelkonflikts mit den USA. Eine weitere Verschärfung könne Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen haben. 

Ein Handelskrieg kennt am Ende nur Verlierer

Das Ganze sei derzeit eines der wesentlichen konjunkturellen Risiken. „Wir müssen natürlich entschlossen und im Rahmen der WTO-Regeln reagieren“, betonte Weidmann mit Blick auf die geplanten Zusatzzölle der EU auf US-Produkte und die Klage der EU-Kommission bei der Welthandelsorganisation gegen das unter den westlichen Partnern ungewöhnlich rabiate Vorgehen der US-Regierung. „Aber auf der anderen Seite sind gerade Treffen wie dieses wichtig, um im Gespräch zu bleiben und auch um klar zu machen, dass ein Handelskrieg am Ende nur Verlierer kennen wird“, sagte Weidmann. 

Zugleich wollte Weidmann nicht von einer „6 gegen 1“-Situation beim G7-Treffen sprechen, es gebe noch eine Reihe gemeinsamer Themen, wie der Schutz des geistigen Eigentums im Handel mit China. Auch sei die weltwirtschaftliche Lage noch stabil. In Whistler redete auch der deutsche Finanzminister Olaf Scholz seinem US-Amtskollegen Steven Mnuchin ins Gewissen. Scholz nannte die Gründe für die Strafzölle, dass es den USA mit Blick auf eigene Arbeitsplätze um eine Frage der nationalen Sicherheit gehe, „fadenscheinig“. Darauf fußt auch die Klage der EU-Kommission gegen die USA bei der WTO. 

dpa

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