Nicht einmal ein Drittel lagert in Deutschland

Bundesbank holt ihr Gold zurück

Frankfurt - Nach der Kritik des Rechnungshofs wird die Bundesbank aktiv: Teile der im Ausland gelagerten Bestände werden heimgeholt.

Nicht einmal ein Drittel der deutschen Goldreserven lagert in Deutschland. Das soll sich nun ändern. Nach vernichtender Kritik des Bundesrechnungshofs will die Bundesbank einen Teil der im Ausland eingelagerten Goldbarren zurück nach Deutschland holen. Darunter sind offenbar die gesamten 374 Tonnen, die sich derzeit in der Obhut der Banque de France in Paris befinden, berichtet das Handelsblatt. Auch ein Teil der 1563 Tonnen, die tief im New Yorker Boden von der US-Notenbank Fed gebunkert werden, kommt demnach zurück.

Insgesamt verfügt die Bundesbank über 3396 Tonnen des Edelmetalls im Wert von gegenwärtig über 137,4 Milliarden Euro. Lediglich die USA haben mit über 8000 Tonnen mehr Gold als Deutschland. Es folgen der Internationale Währungsfonds und Italien.

Der Bundesrechnungshof hatte im September 2012 ein Lagerstellenkonzept eingefordert und kritisiert, dass die Bundesbank noch nie geprüft habe, ob das deutsche Gold tatsächlich noch vorhanden sei. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler, der die Sonderprüfung der Goldbestände beim Rechnungshof initiiert hatte, begrüßte das offensichtliche Umdenken der Frankfurter Währungshüter. Er forderte aber eine vollständige Veröffentlichung des Rechnungshof-Berichts, der bisher nur mit umfangreichen Schwärzungen zugänglich ist. Dabei habe, so Gauweiler, der Rechnungshof selbst festgestellt, dass einer Veröffentlichung „keine schützenswerten Geschäftsgeheimnisse der Bundesbank entgegenstehen“.

Der CSU-Politiker fordert auch, dass die Goldbestände, solange sie sich noch im Ausland befinden, mindestens nach den Maßstäben geprüft werden wie die in Deutschland gelagerten Reserven. Das bedeutet eine regelmäßige Inventur in New York und Paris, die die Bundesbank bislang als „unter Notebanken“ unüblich“ ablehnt.

Die Bundesbank muss für Transport, Lagerung und Bewachung ihres Goldes künftig auch mehr Geld einplanen. Die Lagerung in Paris und New York war für sie bisher kostenfrei.  

Martin Prem

Rubriklistenbild: © dpa

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