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Angela Merkel wurde mit dem "Vier Freiheiten Preis" ausgezeichnet.

Prominente Vorgänger

Kanzlerin Merkel mit renommierten Preis ausgezeichnet

Middelburg - Ob Flüchtlingsabkommen mit der Türkei oder Böhmermann-Affäre: Bundeskanzlerin Merkel muss zur Zeit viel Kritik einstecken. Doch in den Niederlanden wird sie geehrt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist für ihre moralische Führung während der Krisen in Europa mit dem renommierten internationalen „Vier Freiheiten Preis“ ausgezeichnet worden. Merkel wurde am Donnerstag im südniederländischen Middelburg besonders für ihren Einsatz in der Schuldenkrise, im Ukrainekonflikt und in der Flüchtlingskrise geehrt. Im Beisein des niederländischen Königspaares nahm die Kanzlerin den Preis entgegen. Sie folgt damit anderen Preisträgern wie den US-Präsidenten John F. Kennedy und Jimmy Carter, dem Dalai Lama und dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela.

In ihrer Dankesrede bekräftigte Merkel, dass Europa die Flüchtlingskrise gemeinsam lösen und die Grundwerte Europas bewahren müsse. Dabei verteidigte sie die EU-Vereinbarung mit der Türkei. Sie biete „eine reale Perspektive, dem abscheulichen Geschäftsmodell der Schleuser“ die Grundlage zu entziehen. Es gelte nun, die Flüchtlinge solidarisch in Europa zu verteilen und gemeinsam die Ursachen der Flucht anzugehen.

Laudatio durch niederländischen Regierungschef

In seiner sehr persönlichen Laudatio für seine „Freundin Angela“ würdigte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte deren moralische Autorität. „Tag für Tag beweist du, wie sehr dir die humanitäre Verpflichtung Europas am Herzen liegt.“ Nachdrücklich hob der Premier auch ihre klare Haltung im eigenen Land gegen die Anti-Islambewegung Pegida hervor. Im Anschluss sollten Merkel und Rutte zur deutsch-niederländischen Regierungskonsultation in Eindhoven reisen.

Gegen die Ehrung hatte es auch vereinzelt Kritik gegeben. So twitterte der Rechtspopulist Geert Wilders: „Ich hoffe, dass der Bürgermeister Merkel aus seiner Stadt schmeißt.“ Einige Dutzend Rechtsextreme hatten in Middelburg gegen Merkels Flüchtlingspolitik demonstriert.

Der „Four Freedoms Award“ erinnert an die vier Freiheiten, die US-Präsident Franklin D. Roosevelt am 6. Januar 1941 formuliert hatte: Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not sowie Freiheit von Angst.

Einzelpreise erhielten auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, der syrische Menschenrechtsaktivist Mazen Darwish, drei Geistliche aus der Zentralafrikanischen Republik sowie der Arzt Denis Mukwege aus dem Kongo.

dpa

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