Bundesländer widersprechen Volkszählung

Berlin - Berlin und Hamburg haben Widerspruch gegen die Ergebnisse der jüngsten Volkszählung eingelegt.

In beiden Stadtstaaten liegen die neuen Einwohnerzahlen am deutlichsten unter den bisherigen Annahmen - was im Rahmen des Länderfinanzausgleichs für Berlin Einbußen zufolge hat und für Hamburg Mehrausgaben.

In Berlin erklärte Senatskanzleichef Björn Böhning am Dienstag, die im Zensus ermittelte Einwohnerzahl unterscheide sich deutlich von den Melderegistern. Zudem gebe es viel weniger nicht zugestellte Wahlunterlagen als die Zensus-Ergebnisse vermuten ließen. Nach Ergebnissen der Volkszählung leben in Berlin rund 180 000 Menschen weniger als bisher geschätzt. Bliebe es dabei, flösse künftig jährlich fast eine halbe Milliarde Euro weniger aus dem Länderfinanzausgleich. Zudem müsste die Stadt für vergangene Jahre etwa 940 Millionen Euro zurückzahlen.

In Hamburg teilte der Senat mit, der vorsorglich eingelegte Widerspruch biete nun die Möglichkeit, die Ergebnisse des Zensus sowie der Erhebungsverfahren bei der Stichprobe (Haushaltsbefragung) genauer zu überprüfen. Im Unterschied zu einer klassischen Volkszählung war nur ein Drittel der Bevölkerung direkt befragt worden; weitere Daten wurden aus den Melderegistern, dem Register der Arbeitsagentur und anderen Quellen zusammengetragen. Für Hamburg wurde eine neue Einwohnerzahl von 1,7 Millionen festgestellt, das entspricht einer Verringerung um knapp 83 000 Einwohner.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Der mutmaßliche Haupttäter von Barcelona ist laut einem spanischen Medienbericht tot. Der 17-jährige Moussa Oukabi soll der Fahrer des Lieferwagens sein, der in eine …
Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Der Terroranschlag von Barcelona stellt sich wohl als Werk einer organisierten Gruppe heraus. Die Ermittler ordneten der mutmaßlichen Terrorzelle drei Vorfälle zu.
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Kenias Opposition will das Wahlergebnis von vor rund einer Woche nicht anerkennen. Die Computer seien manipuliert worden, lautet einer der Vorwürfe. 
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen

Kommentare