Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemaliger Bundesverteidigungsminister, spricht beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der ehemaligen Fahrzeughalle im US-Camp „Point Alpha“
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Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

Das Bundesverteidigungsministerium 

Bundesministerium der Verteidigung: Aufgaben und bisherige Minister

Das Bundesverteidigungsministerium hat wichtige Aufgaben

  • Das Bundesministerium für Verteidigung ist für die militärische Verteidigung Deutschlands und der Friedenssicherung zuständig
  • Annegret Kramp-Karrenbauer steht an oberster Stelle des Verteidigungsministeriums
  • Vor Verteidigungsministerin AKK gab es 17 ehemalige Bundesminister der Verteidigung

– Das Bundesministerium der Verteidigung befindet sich am Fontainengraben 150 in Bonn –

Aufgaben des Bundesministeriums der Verteidigung

Das deutsche Bundesverteidigungsministerium kümmert sich um die Angelegenheiten, die die militärische Verteidigung Deutschlands betreffen. Zudem obliegt dem Bundesministerium der Verteidigung das Kommando über die Bundeswehr.

Die Organisation des Verteidigungsministeriums

Die Bundesministerin der Verteidigung – aktuell Annegret Kramp-Karrenbauer (09.08.1962) – steht an oberster Stelle im Organigramm des Ministeriums. Weitere wichtige Ressourcen sind der Leistungsstab, der Presse- und Informationsstab und der Generalinspekteur der Bundeswehr. Zudem haben auch der parlamentarische Staatssekretär und der zuständige Staatssekretär eine unterstützende Funktion im Bundesverteidigungsministerium.

Der Bundesminister der Verteidigung

Der jeweilige Verteidigungsminister oder die -ministerin sind Teil der Bundesregierung und gehören somit zur Exekutive Deutschlands. Dem Verteidigungsminister obliegt die Führung der Soldaten, die Bundesverwaltung und Kommandoführung. Im Bundesministerium der Verteidigung arbeiten über 2000 Menschen, die den Verteidigungsminister in seinem Wirken unterstützen. Die wichtigsten Aufgaben des Ministeriums sind die Verteidigung des Landes und der Erhalt von Frieden.

Die aktuelle Bundesministerin der Verteidigung: Annegret Kamp-Karrenbauer

Annegret Kamp-Karrenbauer ist seit dem 17.07.2019 die deutsche Bundesministerin der Verteidigung. Die Politikerin aus der CDU ist unter dem Kürzel „AKK“ bekannt. Seit Ende 2018 ist sie die Bundesvorsitzende der CDU, obgleich sie 2020 verkündete, noch im gleichen Jahr vom Parteivorsitz zurückzutreten. Anfang 2018 erregte AKK öffentliche Aufmerksamkeit, als sie eine Diskussion zur erneuten Einführung der Wehrpflicht anstieß. Über ihren eigenen Twitter-Kanal ließ sie beispielsweise in der jüngsten Vergangenheit ihre Dankbarkeit über die Arbeit der Soldaten verlauten, die tagtäglich bei der Nachverfolgung von Corona-Fällen helfen. Zudem gilt die aktuelle Vorsitzende im Bundesministerium der Verteidigung als Befürworterin einer europäischen Armee.

Ehemalige Bundesminister der Verteidigung in der Historie

Das Bundesministerium der Verteidigung blickt in Deutschland auf eine über 50-jährige Historie zurück. Nach dem zweiten Weltkrieg dauerte es bis in das Jahr 1955, als Deutschland erstmals wieder einen Bundesminister für Verteidigung berufen durfte. Bis zur heutigen Ministerin Annegret Kamp-Karrenbauer gab es 17 ehemalige Minister:

  • Theodor Blank
  • Franz Josef Strauß
  • Kai-Uwe von Hassel
  • Gerhard Schröder
  • Helmut Schmidt
  • Georg Leber
  • Hans Apel
  • Manfred Wörner
  • Rupert Scholz
  • Gerhard Stoltenberg
  • Volker Rühe
  • Rudolf Scharping
  • Peter Struck
  • Franz Josef Jung
  • Karl-Theodor zu Guttenberg
  • Thomas de Maiziére
  • Ursula von der Leyen

Verteidigungsminister Theodor Blank

Theodor Blank (19.09.1905 - 1972) war der erste deutsche Verteidigungsminister nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Politiker der CDU wurde am 7. Juni 1955 zum Bundesminister für Verteidigung ernannt. Seine Amtszeit dauerte etwas über ein Jahr bis zum 16. Oktober 1956. Das nach ihm benannte Amt Blank war der offizielle Vorläufer des Bundesverteidigungsministers. Blank beschäftigte sich in seiner Anfangszeit insbesondere mit der geplanten Wiederbewaffnung Deutschlands.

Verteidigungsminister Franz Josef Strauß

Auf Theodor Blank folgte der zweite deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (06.09.1915 - 1988), der von Oktober 1956 bis Januar 1963 amtierte. Der Politiker der CSU war während seiner politischen Laufbahn Bundesminister für besondere Aufgaben, für Atomfragen, der Verteidigung und der Finanzen. Als Kanzlerkandidat unterlag er seinem Konkurrenten Helmut Schmidt (23.12.1918 - 2015) von der SPD. Als Bundesverteidigungsminister war er an der Gründung des Flugzeugbauers Airbus beteiligt.

Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel

Kai-Uwe von Hassel (21.04.1913 -1997) war der dritte Vorsitzende des Bundesministeriums der Verteidigung. Dieser führte das Ministerium von Januar 1963 bis Dezember 1966. Der CDU-Politiker ersetzte Franz Josef Strauß nach der sogenannten Spiegel-Affäre. Von Hassel wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nach seinem Tod ehrten ihn die Politiker mit einem Staatsakt im Deutschen Bundestag.

Verteidigungsminister Gerhard Schröder

Mit Gerhard Schröder (11.09.1910-1989) war erneut ein CDU-Politiker an der Spitze des Bundesministeriums für Verteidigung. Dieser kommandierte die Bundeswehr von Dezember 1966 bis Oktober 1969. Sein Verhältnis zum Bundeskanzler galt zu dieser Zeit als schwierig und angespannt.

Verteidigungsminister Helmut Schmidt

Mit Helmut Schmidt löste erstmals ein SPD-Politiker 1969 die CDU/CSU Dominanz an der Spitze des Verteidigungsministeriums ab. Nach seiner Zeit als Verteidigungsminister gewann Schmidt 1974 die Wahl zum Bundeskanzler. Während seiner Laufbahn gründete er die Bundeswehruniversitäten und verkürzte den Grundwehrdienst. Die zweite Amtszeit endete durch ein konstruktives Misstrauensvotum.

Verteidigungsminister Georg Leber

Mit Georg Leber (07.10.1920 - 2012) stand von 1972 bis 1978 erneut ein SPD-Politiker ganz oben im Bundesverteidigungsministerium. Der Gewerkschaftsführer war unter anderem Bundespostminister, Verkehrsminister und Vizepräsident im Deutschen Bundestag.

Verteidigungsminister Hans Apel

Hans Apel (25.02.1932 - 2011) übernahm im Februar 1978 den Vorsitz im Bundesverteidigungsministerium und führte dies bis Oktober 1982. Der deutsche Ökonom war der erste Verteidigungsminister, der keinen Grundwehrdienst abgeleistet hatte.

Verteidigungsminister Manfred Wörner

Mit Manfred Wörner (24.09.1934 - 1994) fand im Oktober 1982 wieder eine Wachablösung im Bundesverteidigungsministerium statt. Dieser blieb für sechs Jahre bis 1988 an der Spitze des BMVg. Der Jurist und Oberstleutnant d.R. der deutschen Luftwaffe war zudem der einzige deutsche Generalsekretär der NATO.

Verteidigungsminister Rupert Scholz

Rupert Scholz (23.05.1937) ist der einzige Bundesverteidigungsminister, dem weniger als ein Jahr die Leitung des Verteidigungsministeriums oblag. Seine Amtszeit dauerte lediglich von Mai 1988 bis April 1989. Im Zuge einer Kabinettsumbildung musste Scholz die Bundesregierung wieder verlassen.

Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg

Erneut folgte ein CDU-Politiker im Bundesministerium für Verteidigung: Gerhard Stoltenberg (29.09.1928 - 2001) führte von April 1989 bis März 1992 das Ministerium. Der deutsche Historiker übernahm die Verantwortung für eine kontroverse Waffenlieferung ins Ausland und trat zurück.

Verteidigungsminister Volker Rühe

Im Anschluss übernahm Volker Rühe (25.09.1942) die Leitung des BMVg. Diesem oblag über sechs Jahre das Kommando über die Bundeswehr. Der CDU-Politiker übernahm die strategische Neuorientierung der Bundeswehr und warb proaktiv für deutsche Auslandseinsätze. Zudem veränderte sich die NATO unter Betreiben des ehemaligen Verteidigungsministers.

Verteidigungsminister Rudolf Scharping

Zwischenzeitig kam mit Rudolf Scharping (02.12.1947) erneut ein SPD-Politiker zur Ehre, das Bundesministerium für Verteidigung zu leiten. Nachdem er sich kurz vor dem Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mazedonien am Pool in Mallorca fotografieren ließ, neigte sich seine Zeit im Verteidigungsministerium dem Ende zu.

Verteidigungsminister Peter Struck

Peter Struck (24.01.1943 - 2012) folgte im Anschluss im Bundesverteidigungsministerium. Bekannt war er für seine Aussage, dass Deutschland auch am Hindukusch verteidigt wird. Nach der Wahl der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel (17.07.1954) musste Struck die Bundesregierung verlassen.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung

Der altbekannte Wechsel zwischen CDU und SPD folgte erneut im November 2005. Der CDU-Politiker Franz Josef Jung (05.03.1949) stand fortan an der Spitze des Ministeriums für Verteidigung. In seine Amtszeit fiel der Luftangriff im afghanischen Kundus, bei dem zahlreiche Zivilsten starben.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

Mit Karl-Theodor zu Guttenberg (05.12.1971) hatte von Oktober 2009 bis März 2011 zum zweiten Mal ein Politiker aus den Reihen der CSU die Leitung des Bundesverteidigungsministeriums inne. Der heutige Lobbyist musste im Zuge seiner Plagiatsaffäre die Bundesregierung verlassen.

Verteidigungsminister Thomas de Maiziére

Thomas de Maiziére (21.01.1954) sprang 2011 als Nachfolger des zurückgetretenen Karl-Theodor zu Guttenbergs ein. In seiner Amtszeit hob er die Wehrpflicht auf und strebte die Verkleinerung der Bundeswehr an. Im nächsten Kabinett ernannte ihn Merkel zum Bundesinnenminister.

Verteidigungsminister Ursula von der Leyen

Die Vorgängerin von AKK war die erste Frau an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums. Ursula von der Leyen (08.10.1958) führte fast sechs Jahre das Ministerium. Seit 2019 ist sie Präsidentin der Europäischen Kommission und gehört laut Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt.

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