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Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt in Birma.

Asien-Reise des Bundespräsidenten

Gauck lädt in Birma zur Zuwanderung ein

Rangun - Bundespräsident Gauck sieht Birma (Myanmar) bei seinem Besuch auf dem Weg zur Demokratie. Zugleich lud er zur Zuwanderung nach Deutschland ein.

Bundespräsident Joachim Gauck hat in Birma (Myanmar) weitere Unterstützung Deutschlands für die demokratische Entwicklung des Landes angekündigt. „Birma hat sehr deutlich den Weg hin zur Demokratie beschritten“, sagte Gauck am Sonntag unmittelbar nach der Ankunft in Rangun. Deshalb habe Deutschland auch einem Schuldenerlass über rund 500 Millionen Euro zugestimmt, betonte der Bundespräsident bei einem Besuch der Shwedagong-Pagode, dem wichtigsten buddhistischen Heiligtum des Landes.

Besonders freute sich Gauck nach seinen Worten auf das für Montag geplante Treffen mit der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Vor allem wolle er von der früheren Oppositionsführerin wissen, ob sie bei den Präsidentenwahlen 2015 antreten werde. Gauck ist der erste Bundespräsident seit 1986, der Birma besucht. In der Hauptstadt Naypyidaw trifft er am Montag mit Staatschef Thein Sein zusammen. Am Dienstag eröffnet er ein Goethe-Institut in Rangun.

Bundespräsident wirbt um Zuwanderer

Der Bundespräsident wird wie zuvor bei seinem Staatsbesuch in Indien von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Deutsche Unternehmen hoffen auf Investitionen in dem lange verschlossenen Land. Gauck will die Fortschritte seit dem Ende der Militärdiktatur würdigen, aber auch Defizite bei den Menschenrechten und Spannungen zwischen Buddhisten und Muslimen ansprechen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte Gauck auf, bei seinen Gesprächen eine weitere Öffnung der Medien anzumahnen.

Zum Abschluss seines fünftägigen Staatsbesuchs in Indien warb der Bundespräsident vor indischen Schülern für die Zuwanderung nach Deutschland. „Wir haben Platz in Deutschland“, sagte er am Samstag in Bangalore. Die deutsche Bevölkerung werde immer kleiner, weil viele Familien nur noch ein Kind oder gar keinen Nachwuchs hätten. „Deshalb warten wir auch auf Menschen aus anderen Teilen der Welt, die bei uns leben und arbeiten wollen. Darauf freuen wir uns schon.“

Deutschland in "Vorbildrolle"

In einer Bilanz seiner Indien-Reise sagte er, seine Gesprächspartner hätten vielfach den Wunsch nach einem stärkerem deutschen Engagement in der Welt vorgebracht. Dies gelte nicht nur für die Politik, sondern auch für Unternehmen und Vertreter der Zivilgesellschaft, sagte Gauck am Sonntag der ARD.

„Unser Land hat für viele Länder eine Vorbildrolle eingenommen. Wenn das so ist, wäre es künstlich, das Land so zu definieren, als wären wir 20 Jahre nach dem Krieg.“ Auf eine deutsche Beteiligung an Militäreinsätzen sei er aber nicht angesprochen worden.

dpa

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