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Die Standarte des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin.

Bundesversammlung

Bundespräsidentenwahl 2017: Wann steht heute das Ergebnis fest?

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Berlin - Wann steht bei der Bundespräsidentenwahl 2017 heute das Ergebnis fest? Hier erfahren Sie, wann der Wahlsieger voraussichtlich bekanntgegeben wird.

Update vom 16. Februar 2017: Die Bundestagswahl am 24. September dürfte deutlich spannender werden als die Bundespräsidentenwahl. Wir haben bereits zusammengefasst, wann es bei der Bundestagswahl 2017 vermutlich Prognosen, Hochrechnungen und das Ergebnis gibt.

Große Überraschungen sind am heutigen Sonntag bei der Bundespräsidentenwahl 2017 nicht zu erwarten. Hinter Frank-Walter Steinmeier, dem Kandidaten von Union und SPD stehen (zumindest auf dem Papier) insgesamt 923 Wahlmänner und -frauen der 1260 Delegierten in der Bundesversammlung. Um gleich im ersten Wahlgang zu gewinnen, benötigt Steinmeier 631 Stimmen. Wovon man auch ausgehen kann. Denn: Sollten fast 300 Delegierte aus den Reihen der GroKo Steinmeier im ersten Durchgang die Stimme verweigern - womit ein zweiter Wahlgang nötig wäre - dann wäre dies das Ende des Regierungsbündnisses. Da dieses Szenario völlig unwahrscheinlich ist, dürfte das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 2017 nach Auszählung der ersten 1260 Stimmen feststehen.

So ist der Ablauf der 19. Bundesversammlung: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wird um 12 Uhr die 16. Bundesversammlung im Reichstag eröffnen.  Um 12.15 Uhr soll der erste Wahlgang stattfinden. Es dauert wohl knapp zwei Stunden, um die 1260 Stimmen der Delegierten auszuzählen. Somit soll das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 2071 am Sonntag gegen 14.00 Uhr feststehen.

Um 18.30 Uhr wird Steinmeier zum Interview in der ARD-Sondersendung "Farbe bekennen" erwartet. Bettina Schausten und Peter Frey befragen am Sonntagabend um 19.10 Uhr den neu gewählten nächsten Bundespräsidenten für das ZDF in der Sendung „Was nun?“. Sollte bis dahin noch kein Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 2017 feststehen (wovon nicht auszugehen ist), können ARD und ZDF, die Live-Sendungen ja verschieben.

So lange dauerte es bei den vergangenen Bundesversammlungen, bis das Ergebnis feststand

  • Die letzte Bundesversammlung, die am 18. März  2012 Joachim Gauck zum Bundespräsidenten kürte, begann überpünktlich. Der Gong im Reichstag erklang bereits um 11.59 Uhr. Die Auszählung der Stimmen begann damals um 13.30 Uhr. Um 14.20 Uhr gab Bundestagspräsident Lammert das Ergebnis der Wahl bekannt. Joachim Gauck wurde mit 991 Stimmen zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Fraglich, ob Frank-Walter Steinmeier diesen Rekordwert erreicht. Möglicherweise verweigern manche Unions-Abgeordneten ihm die Stimme - aus Protest, weil CDU und CSU keinen eigenen Kandidaten aufstellten. Gauck bekam bei der Bundespräsidentenwahl 2012 die überwiegende Mehrzahl der Stimmen von CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen. Damals schickte die Linke Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld als einzige Gegenkandidatin ins Rennen. 
  • Deutlich länger dauerte es bei der Bundesversammlung, die am 30. Juni 2010 Christian Wulff zum Bundespräsidenten machte. Damals schickten Union und FDP Wulff ins Rennen. SPD und Grüne nominierten Joachim Gauck. Für die Linke trat Kandidatin Luc Jochimsen an, für die NPD der rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke. Damals eröffnete Bundestagspräsident Lammert um Punkt 12.00 Uhr die Bundesversammlung. Den Delegierten stand aber ein langer Wahltag bevor. Um 14.17 Uhr verkündete Lammert das Ergebnis des ersten Wahlgangs: Lediglich 600 Stimmen für Christian Wulff, der 623 gebraucht hätte. Etlich Delegeierte aus dem Regeireungslager verweigerten ihm die Stimme. Um 15.16 Uhr begann der zweite Wahlgang. Um 17.05 Uhr stand fest: Christian Wulff bekam nur 615 Stimmen bekommen. Es reichte abermals nicht für die absolute Mehrheit. Um 19.30 Uhr eröffnete Lammert den dritten Wahlgang, den die relative Mehrheit der Stimmern entschied. Um 21.12 Uhr stand das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl fest: 625 Stimmen für Christian Wulff, der somit zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Das Problem für Gauck damals: Als ehemaliger Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde war er für viele Politiker der Linken, die ja die SED-Nachfolgepartei ist, ein rotes Tuch. Mit den Stimmen der Linken wäre er schon 2010 Bundespräsident geworden. Der niedersächsische Linken-Abgeordnete Diether Dehm gab bei der damaligen Bundesversammlung auf die Frage, ob die Linke für Gauck stimmen könne diese krasse Antwort: „Was würden sie tun, wenn sie die Wahl hätten zwischen Hitler und Stalin?“
  • Die Bundespräsidentenwahl am 24. Mai 2009 war schnell entschieden. Die Bundesversammlung wurde pünktlich um 12.00 Uhr eröffnet. Um 14.30 Uhr verkündete Bundestagspräsident Lammert das Ergebnis. Horst Köhler, der Kandidat von Union und FDP, wurde mit 613 Stimmen zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Damals erklärte Köhler: „Ich freue mich auf die nächsten fünf Jahre und ich verspreche: Ich werde mein Bestes tun.“ Ein Jahr später trat er zurück.

Bundespräsidentenwahl 2017: Alle Infos

Wir berichten in einem Live-Ticker von der Bundespräsidentenwahl 2017. Außerdem haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zur Bundespräsidentenwahl für Sie zusammengefasst. Auch einige Prominente haben heute das Stimmrecht - hier erfahren Sie, welche das sind. Und: Wir haben zusammengefasst, wie Sie die Bundespräsidentenwahl 2017 live im TV und im Live-Stream sehen können.

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