+
Demonstranten in Hongkong erinnern an chinesische Bürgerrechtler, darunter der verstorbene Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo (auf dem linken Plakat. Foto: Vincent Yu/AP/Archiv

Kritik an Menschenrechtslage

Bundesregierung beklagt Verfolgung von Aktivisten in China

Seit vier Jahren setzt China Bürgerrechtsanwälte, Aktivisten und deren Angehörige stark unter Druck - etwa mit Hausarrest. Deutschland äußert zum Jahrestag Besorgnis und Kritik.

Peking (dpa) - Die Bundesregierung ist besorgt über die Unterdrückung chinesischer Bürgerrechtsanwälte, Aktivisten und ihrer Angehörigen.

Zum vierten Jahrestag des Beginns der Verfolgungswelle gegen Menschenrechtsverteidiger in China hieß es am Dienstag in einer Mitteilung der deutschen Botschaft in Peking: "Dieses konzertierte Vorgehen gegen Personen, die sich engagiert für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Rechte chinesischer Bürger eingesetzt haben, erfüllt uns bis heute mit Sorge."

Nach dem Datum 9. Juli 2015, als alles begann, wird das harsche Vorgehen kurz "709" genannt. Seither sind mehr als 300 Anwälte, Kanzleimitarbeiter, Aktivisten und Angehörige festgenommen, verhört oder unter Hausarrest gestellt worden. Die Botschaft appellierte aus Anlass des Jahrestages auch an chinesische Institutionen, sich an rechtsstaatliche Grundsätze und UN-Übereinkommen zu halten.

Vielen Festgenommenen werde der Zugang zu frei gewählten Anwälten verwehrt. Es gebe Geständnisse im Fernsehen. Auch würden Ermittlungen über gesetzliche Fristen hinaus verlängert und das Besuchsrecht der Verwandten eingeschränkt. Sorge äußerte die Botschaft auch über Restriktionen gegen Angehörige, "die nichts weiter getan haben, als sich für ihre Familienangehörigen einzusetzen".

Besonders beunruhigend sei der Gesundheitszustand des Anwalts Wang Quanzhang, der seit Juli 2015 in Haft sitzt. Die Botschaft verfolge auch andere Fälle wie die der Anwälte Gao Zhisheng, Li Yuhan und Yu Wensheng mit Aufmerksamkeit, hieß es weiter.

Mitteilung der Botschaft

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wohin mit Bootsflüchtlingen? Seehofer verhandelt auf Malta - Salvini-Nachfolgerin äußert sich
Bislang müssen aus Seenot gerettete Migranten teils wochenlang an Bord ziviler Rettungsschiffe ausharren. Innenminister Seehofer will das ändern. Nun steht ein …
Wohin mit Bootsflüchtlingen? Seehofer verhandelt auf Malta - Salvini-Nachfolgerin äußert sich
Klimapaket als Rohrkrepierer? Lindner rügt Grüne für „Erpressung“ - und droht mit Blockade
Nach Kritik am Klimapaket der GroKo sorgten AKK und Merkel für neuen Hohn. FDP und Grüne drohen unterdessen schon jetzt, das Paket platzen zu lassen.
Klimapaket als Rohrkrepierer? Lindner rügt Grüne für „Erpressung“ - und droht mit Blockade
Grünen-Politikerin Schulze fliegt in die USA - und reagiert prompt auf harsche Kritik 
Die Grünen-Politikerin Katharina Schulze flog für mehrere Termine in die USA. Dafür hagelt es Kritik - doch die Fraktionsvorsitzende reagiert prompt.
Grünen-Politikerin Schulze fliegt in die USA - und reagiert prompt auf harsche Kritik 
Start der Koalitionsverhandlungen in Brandenburg
Auf der Suche nach einer neuen Landesregierung beginnen in Brandenburg die Koalitionsverhandlungen. SPD, CDU und Grüne wollen in den kommenden Tagen Details für ein …
Start der Koalitionsverhandlungen in Brandenburg

Kommentare