Mehr Einbruchsdelikte und Hass-Verbrechen

Bundesregierung besorgt über starke Zunahme bei Kriminalität

Berlin - Die deutsche Bundesregierung macht sich Sorgen wegen zunehmender Einbruchsdelikte und Hass-Verbrechen. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen sei zudem "unbefriedigend".

Das beklagt die Bundesregierung in ihrem Abschlussbericht zum Bürgerdialog "Gutes Leben in Deutschland", aus dem die Passauer Neue Presse (Dienstagsausgabe) zitierte. Der Wunsch, sicher und frei zu leben, sei von den Bürgern als eines der wichtigsten Anliegen identifiziert worden. Der Bericht soll am Mittwoch im Kabinett beraten werden.

Von April bis Oktober 2015 hatte die Regierung die Bürger befragt, was ihnen wichtig ist. Rund 16.000 Menschen beteiligten sich dem Bericht zufolge online, per Post oder sie nahmen an den 200 Foren teil, bei denen Regierungsmitglieder den Dialog gesucht hatten.

Diebstahl-Statistik geht nach oben

Mit Blick auf die Aufklärungsquote bei Einbrüchen heißt es in dem Bericht: "Hier erwarten die Bürgerinnen und Bürger, dass alle staatlichen Ebenen aktiv werden und Maßnahmen ergreifen." Wurden 1998 noch 32,3 Prozent der Diebstahldelikte von den Ermittlern aufgeklärt, seien es 2015 nur noch 27 Prozent gewesen. Seit 2010 gehe die Diebstahl-Statistik nach oben, 2015 seien 167.000 Fälle registriert worden. "Dies entspricht einem Anstieg von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr", zitierte die Zeitung aus dem Regierungsbericht.

Auch Hasskriminalität und Fremdenfeindlichkeit hätten im vergangenen Jahr dramatisch zugenommen, heißt es demnach in dem Abschlussbericht. Dies sei "Besorgnis erregend". 2015 seien 10.373 Fälle von Hasskriminalität - Straftaten, die sich etwa gegen politische Einstellungen, Nationalitäten, Hautfarben oder Religionen richten - registriert worden, 77 Prozent mehr als im Vorjahr.

Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu einem der wichtigsten Wünsche, die sich im Bürgerdialog gezeigt hätten - nämlich dem Wunsch nach Toleranz und einem rücksichtsvollen Umgang miteinander. Deutschland sei ein "weltoffenes Land, das einer vielfältigen Gesellschaft Raum und Entfaltungsmöglichkeiten bietet", zitierte die Zeitung aus dem Bericht.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

ZDF fordert Aufklärung nach Zwischenfall bei Merkel-Besuch in Dresden
Der Fall Sami A. sorgt für Empörung. Währenddessen pocht das ZDF auf die Aufklärung eines Vorfalls beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen …
ZDF fordert Aufklärung nach Zwischenfall bei Merkel-Besuch in Dresden
Türkei-Krise: Nahles bringt deutsche Hilfe ins Gespräch - und stößt auf Widerstand
Die Türkei trifft die Ankündigung von höheren US-Strafzöllen schwer. Dabei will es Donald Trump offenbar aber nicht belassen. Nun schaltet sich Andrea Nahles ein. Alle …
Türkei-Krise: Nahles bringt deutsche Hilfe ins Gespräch - und stößt auf Widerstand
Über 40 Ermittlungsverfahren nach Berliner Neonazi-Aufmarsch
Sie sind deutlich mehr als die Neonazis - doch den üblichen Marsch zum Heß-Todestag verhindern die Gegendemonstranten nicht. Auch, weil die Rechtsextremisten taktieren.
Über 40 Ermittlungsverfahren nach Berliner Neonazi-Aufmarsch
SPD ärgert Union mit Ruf nach Rentengarantie bis 2040
Im Koalitionsvertrag ist das Rentenniveau bis 2025 garantiert. Die Einigung darauf war schon schwierig genug. Nun versucht die SPD, die Union noch einen Schritt weiter …
SPD ärgert Union mit Ruf nach Rentengarantie bis 2040

Kommentare