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Schwerer zu bekommen als früher: Schlüssel liegen auf einem ausgefüllten Mietvertrag. Foto: Dieter Assmann/Archiv

Bundesregierung erwartet weitere Engpässe am Wohnungsmarkt

Trotz niedriger Zinsen werden nicht genügend Mietwohnungen gebaut. Dass es in einigen Städten extrem schwer geworden ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden, liegt nicht nur am Zuzug von Flüchtlingen.

Berlin (dpa) - Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich 2014 in vielen deutschen Städten verschärft. Eine Besserung ist noch nicht in Sicht.

"In vielen Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten sind weiterhin deutliche Mietsteigerungen und vielerorts spürbare Wohnungsmarktengpässe zu verzeichnen", heißt es im aktuellen Wohngeld- und Mietenbericht des Bundesbauministeriums, der im Kabinett behandelt wurde.

Mit 240 000 fertiggestellten Wohnungen habe die Zahl der Neubauten zwar im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Sie habe aber immer noch unter dem notwendigen Niveau gelegen. "Auch die aktuell hohen Flüchtlingszahlen können da Engpässe noch verstärken", fügte er hinzu.

In Berlin stiegen die Angebotsmieten 2014 um 9,1 Prozent, in Stuttgart um 6,8 Prozent. In Wolfsburg lagen die Preise bei Neuvermietungen sogar um 19,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Effekt der Mietpreisbremse, von der Berlin im vergangenen Juni als erstes Bundesland Gebrauch gemacht hatte, ist in dem Bericht noch nicht berücksichtigt. Allerdings gilt die neue Möglichkeit zur Begrenzung der Mietpreise ohnehin nicht für Neubauten.

Laut Bericht wurden Neubau-Mietwohnungen in München im vergangenen Jahr für 15,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. In Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart lagen die durchschnittlichen Neubaumieten zwischen 12,50 Euro und 13 Euro pro Quadratmeter.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD sagte, mit der Wohngeldreform 2016 und der Mietpreisbremse habe die Regierung bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, um Menschen direkt zu helfen. Ab dem kommenden Jahr stünden den Bundesländern außerdem doppelt so viele Bundesmittel wie heute für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. "Damit reagieren wir auch auf den Zuzug von Flüchtlingen", sagte Hendricks.

Etwa die Hälfte der deutschen Mieterhaushalte zahlte zuletzt eine Bruttokaltmiete zwischen 300 Euro und 400 Euro pro Monat. Rund ein Viertel der Mietwohnungen kostete zwischen 500 Euro und 700 Euro. Einen höheren Betrag zahlten gut zehn Prozent der Mieter. Weniger als 300 Euro wurde in 15 Prozent der Mieterhaushalte bezahlt.

Wohngeld- und Mietenbericht 2014

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