USA ruft zu Spenden auf

Bundesregierung fordert Ende des Kriegs im Südsudan

Berlin - Rund 100.000 Menschen sind im Südsudan wegen der Hungersnot vom Tod bedroht. Die Bundesregierung nimmt die Konfliktparteien in die Verantwortung. 

Angesichts der drohenden Hungerkatastrophe im Südsudan hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ein Ende der Konflikte in dem afrikanischen Land gefordert. „Im Südsudan hungert die Bevölkerung und die Machthaber schauen zu“, sagte der CSU-Politiker der Rheinischen Post (Mittwoch). Die Konfliktparteien müssten Verantwortung übernehmen und Frieden schaffen. Auch die USA äußerten sich besorgt über die Lage im Südsudan und riefen die internationale Gemeinschaft zu Hilfe und Spenden auf.

„Diese Krise ist menschengemacht und direkte Konsequenz eines Konflikts in der südsudanesischen Führung, die nicht in der Lage ist, Politik zugunsten der Menschen beiseite zu lassen“, erklärte das US-Außenministerium am Dienstag in Washington. Die USA riefen Präsident Salva Kiir dazu auf, sein Versprechen wahr zu machen und Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu besonders bedürftigen Menschen zu gewähren.

UN ruft Hungersnot aus

Die UN hatten am Montag eine Hungersnot für Teile des Staates Unity im Norden des von einem Bürgerkrieg zerrissenen Südsudans ausgerufen. Etwa 100.000 Menschen seien akut vom Tod bedroht. Landesweit stehe rund eine Million Einwohner kurz vor einer Hungerkrise, knapp fünf Millionen (rund 40 Prozent der Bevölkerung) hätten nicht genug zu essen. Von einer akuten Hungersnot spricht die Organisation dann, wenn bereits Menschen an Unterernährung gestorben sind.

Mit 2,1 Milliarden US-Dollar seit 2014 sind die USA eigenen Angaben zufolge größter Unterstützer humanitärer Hilfe für Südsudan. „Wir rufen Spender und andere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft dazu auf, rechtzeitig Leben zu retten“, erklärte das Ministerium. Deutschland unterstützt die Bevölkerung im Südsudan laut Müller mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und investiert in eine verbesserte landwirtschaftliche Produktion.

Hilfsorganisationen sollen Zugang bekommen

Die südsudanesische Regierung hatte angesichts der Notlage versprochen, internationalen Hilfsorganisationen künftig ungehinderten Zugang zu den Krisengebieten zu gewähren. Die UN hatten zuletzt immer wieder über Behinderungen durch Armeemitglieder geklagt. Auch die Sicherheit der Helfer sei nicht gewährleistet.

Der Südsudan ist erst 2011 unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 blutige Kämpfe aus, Zehntausende Menschen wurden getötet. Mindestens 3,4 Millionen Einwohner wurden nach UN-Angaben aus ihrem Zuhause vertrieben, 1,5 Millionen von ihnen flohen ins Ausland.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Archivbild)

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