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Wird in der Türkei festgehalten: Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel wurde vor vier Wochen in Polizeigewahrsam genommen.

Offenbar Zusagen missachtet

Fall Yücel: Bundesregierung kritisiert türkisches Vorgehen

Berlin - Die Bundesregierung zeigt sich wegen des Umgangs der Türkei mit dem Journalisten Deniz Yücel verärgert. Trotz Zusage sei eine Kontaktaufnahme noch nicht möglich gewesen.

Die Bundesregierung ist im Fall Deniz Yücel verärgert über die noch immer nicht mögliche konsularische Betreuung des in Istanbul inhaftierten Deutsch-Türken. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erinnerte am Montag daran, dass der türkische Ministerpräsident Binal Yildirim Kanzlerin Angela Merkel (CDU) konsularische Betreuung zugesagt habe. Yücel habe aber bis Montagmorgen keinen Besuch eines deutschen Konsularbeamten empfangen. "Das ist ärgerlich", sagte der Sprecher.

"Wir erwarten, dass die türkische Regierung sich an die Zusage hält", fügte er hinzu. Woran es hake, "entzieht sich total unserer Kenntnis, und macht uns auch zunehmend ärgerlich", sagte der Sprecher.

Seibert: „Wollen umfassende konsularische Betreuung von Yücel“

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Bundesregierung bringe in ihren Gesprächen mit der türkischen Seite "immer wieder an, dass wir eine umfassende konsularische Betreuung wollen von Deniz Yücel".

Der Journalist war vor rund vier Wochen in Polizeigewahrsam genommen worden. Inzwischen befindet er sich in Untersuchungshaft. Ihm werden Terrorpropaganda und Spionagetätigkeit vorgeworfen, was in Deutschland auf Unverständnis stößt.

afp

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