„Hack Back“

Bericht: Bundesregierung plant Cyber-Gegenschläge

Berlin - Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge die Voraussetzungen schaffen, um im Fall eines Cyber-Angriffs zurückschlagen zu können. Doch wer ist dafür zuständig?

Deutschland solle neben der Abwehr von Angriffen auch in der Lage sein, notfalls feindliche Server zu zerstören, berichteten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Mittwoch vorab. Der Bundessicherheitsrat unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beschloss demnach Ende März, eine Analyse der hierfür benötigten technischen Fähigkeiten vornehmen zu lassen.

Zudem sollen der Regierung dem Bericht zufolge Vorschläge für notwendige gesetzliche Änderungen vorgelegt werden. Im Sommer sollen die Ergebnisse dem stets geheim tagenden Bundessicherheitsrat präsentiert werden.

"Computer Network Operations" oder "Hack Back"

Unter Experten sind solche Maßnahmen als "Computer Network Operations" oder "Hack Back" bekannt, hieß es in dem Bericht weiter. Während eines laufenden Angriffs werde der Angreifer identifiziert, Cyber-Kräfte blocken die Attacke ab oder zerstören die Server, über die der Angriff läuft, zum Beispiel durch Schadsoftware. Voraussetzung dafür wäre, dass ein Rechtshilfeersuchen ohne Aussicht auf Erfolg ist und sich der Angriff aus dem Ausland nicht anders stoppen lässt.

In Regierungskreisen werde etwa ein Angriff auf ein Stromnetz genannt oder ein weiteres Hacking des Bundestags, berichteten SZ, NDR und WDR weiter. In diesem Fall etwa könnten auch die Server vom Netz genommen werden, auf denen sich gestohlene Daten aus dem Parlament befinden.

Noch unklar: Welche Behörde ist zuständig?

Allerdings fehlt es für derlei Vorhaben bisher an einer gesetzlichen Grundlage. Die Bundeswehr, die gerade eine eigene Cyber-Teilstreitkraft installierte, ist nur bei einem kriegerischen Akt aus dem Ausland zuständig oder wenn die eigene Truppe angegriffen würde. Um die Regelungslücke bei Angriffen auf zivile Ziele zu schließen, sollen nun entsprechende gesetzliche Vorschläge erarbeitet werden.

Unklar sei bisher auch, welche Behörde mit dem Auftrag ausgestattet werden solle. Infrage kommen demnach neben dem Bundesnachrichtendienst (BND) der Verfassungsschutz, das Bundeskriminalamt oder die Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dort ist heute bereits das sogenannte Cyber-Abwehrzentrum angesiedelt, das in jedem Fall ausgebaut und eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Angriffen spielen soll.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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