+
In Thüringen trainieren Bundeswehr-Soldaten mit dem Infanteriegewehr G36: Um genug qualifizierte Freiwillige zu rekrutieren, will die Truppe als Arbeitgeber attraktiver werden. Foto: Martin Schutt/Archiv

Die Bundeswehr soll attraktiver werden

Berlin (dpa) - Mit besserer Bezahlung, geregelten Arbeitszeiten und mehr Teilzeitarbeit will die Regierung die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands machen.

Zugleich kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) überraschend an, dass nach zehn Jahren ein neues Weißbuch zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen und Zielen Deutschlands verfasst werden soll.

Ein sogenanntes Weißbuch sammelt Ratschläge und Empfehlungen aus einem bestimmten Bereich. Von der Leyen begründete die Neuauflage unter anderem mit den aktuellen Krisen, aber auch mit anderen Veränderungen wie der Aussetzung der Wehrpflicht. Dadurch hätten sich die Rahmenbedingungen für Sicherheitspolitik existenziell verändert.

Seit der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang des Jahres sei außerdem eine Debatte über die Rolle Deutschlands in der Welt in Gang gekommen. Dort hatten sich Bundespräsident Joachim Gauck, von der Leyen und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für mehr Verantwortung Deutschlands in der internationalen Politik ausgesprochen.

Das Kabinett beschloss einen Gesetzentwurf, der auch die Beförderungschancen und die Renten für Zeitsoldaten verbessern soll. Das Gesamtpaket kostet in den nächsten vier Jahren fast eine Milliarde Euro.

Der Gesetzentwurf für einen attraktiveren Soldatenberuf soll die Bundeswehr im Wettbewerb um die besten Fachkräfte stärken. Mit der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht war ihr wichtigstes Instrument für die Nachwuchsrekrutierung weggefallen.

Um hoch qualifiziertes Personal zu binden, soll die Bundeswehr künftig Prämien und Zuschläge auszahlen können. Diese sollen 20 Prozent der ersten Stufe des Grundgehalts betragen, über einen Zeitraum von vier Jahren. Für 22 000 Soldaten und 500 zivile Mitarbeiter, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, sollen die Zuschläge um bis zu 40 Prozent erhöht werden. Der Sold für freiwillig Wehrdienstleistende steigt um etwa sieben Prozent.

Erstmals soll es dem Entwurf zufolge bei der Bundeswehr eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit von 41 Stunden in der Woche und Regelungen für die Vergütung von Überstunden geben. Für Teilzeitarbeit fallen bisherige Beschränkungen weg.

Von der Leyen betonte, dass das Gesetz auch die Unterstützung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe. Sie warnte davor, bei der Finanzierung der Bundeswehr die Personalentwicklung und die Verbesserung der Ausrüstung gegeneinander abzuwägen. Mehrere Pannen und Ausfälle von Hubschraubern, Flugzeugen und Schiffen hatten in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt.

Bundeswehr zur Attraktivitätsoffensive

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

CDU-Politikerin nach fragwürdigem Verhalten entlassen
Ihr offenbar fragwürdiges Verhalten hat die Staatssekretärin im Bildungsministerium von Sachsen-Anhalt den Job gekostet.
CDU-Politikerin nach fragwürdigem Verhalten entlassen
Herxheimer Hitler-Glocke soll wieder läuten
Die umstrittene sogenannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg soll wieder läuten. Der Zentralrat der Juden hat dafür keinerlei Verständnis.
Herxheimer Hitler-Glocke soll wieder läuten
Für den Merkel-Fall: Diese Frau ist ihre Nachfolge-Favoritin
Die CDU-Vorsitzende hat ihrer Partei nach der Wahlschlappe Erneuerung versprochen. Noch ist offen, ob es GroKo-Verhandlungen gibt. Doch in den Parteien kursieren schon …
Für den Merkel-Fall: Diese Frau ist ihre Nachfolge-Favoritin
Reserve der Rentenkasse entgegen Prognosen gestiegen
Berlin (dpa) - Die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung ist besser als angenommen. Die Reserve der Rentenkasse war Ende 2017 mit 33,424 Milliarden Euro …
Reserve der Rentenkasse entgegen Prognosen gestiegen

Kommentare