+
Bundeswehrsoldaten sind bei Kundus im Einsatz. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Wegen angespannter Sicherheitslage

Berlin will mehr Soldaten nach Afghanistan schicken

Berlin - Die Bundesregierung will angesichts der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan wieder mehr Soldaten am Hindukusch stationieren. Die Obergrenze für das Mandat soll nach Angaben von Sicherheitspolitikern von derzeit 850 auf 980 Soldaten erhöht werden.

"Der Mandatsentwurf befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, ohne Details zu nennen. Der verteidigungspolitische Blog "Augen geradeaus!" hatte am Mittwoch berichtet, die Aufstockung werde mit zusätzlichen Anforderungen für die Bundeswehr in dem Krisenland begründet, in dem die Sicherheitslage weiter problematisch ist.

Deutsche Soldaten beraten dort afghanische Kräfte. Diese tragen inzwischen aber selbst die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land. Obwohl es den Taliban im Oktober gelungen sei, die Stadt Kundus vorübergehend einzunehmen, seien bei den afghanischen Sicherheitskräften doch "messbare Fortschritte" zu beobachten, hieß es aus Unionskreisen.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold (SPD), sagte der "Berliner Zeitung", der Auftrag der Soldaten werde nicht verändert. Das heißt, es ist nicht vorgesehen, dass sich die Bundeswehr wieder an Kampfeinsätzen beteiligt. 

Nach Informationen von "Spiegel Online" soll die Bundeswehr nun auch länger im Norden Afghanistans bleiben als bislang geplant. Die Trainingsmission in Masar-i-Scharif werde bis mindestens Ende 2016 fortgesetzt. 

dpa

Bericht "Augen Geradeaus"

Bericht Spiegel Online

Nato zur Resolute Support Mission

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

May entgeht im britischen Parlament Schlappe in Sachen Zollunion
Die britische Premierministerin Theresa May ist im Parlament nur knapp einer Schlappe in Sachen Zollunion nach dem Brexit entgangen.
May entgeht im britischen Parlament Schlappe in Sachen Zollunion
Obama warnt vor „Politik der Angst“
Ex-US-Präsident Barack Obama hat sich bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte besorgt über die aktuelle weltpolitische Lage geäußert.
Obama warnt vor „Politik der Angst“
Nach Abschiebe-Chaos um Sami A.: Nächster umstrittener Fall entdeckt
Am Freitag wurde der frühere mutmaßliche Bin-Laden-Leibwächter Sami A. abgeschoben - trotz gerichtlichen Verbots. Horst Seehofer gerät auch hier unter Druck. Alle …
Nach Abschiebe-Chaos um Sami A.: Nächster umstrittener Fall entdeckt
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel
Ging bei der Abschiebung des Islamisten Sami A. nach Tunesien alles mit rechten Dingen zu? Das will jetzt auch der Düsseldorfer Landtag klären. Grünen-Chef Habeck hat …
Abschiebung von Sami A. hat parlamentarisches Nachspiel

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.