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Bundestagspräsident Lammert (M) im Bundestag: "Das, was mitten im Ersten Weltkrieg im Osmanischen Reich stattgefunden hat, unter den Augen der Weltöffentlichkeit, war ein Völkermord".

100. Jahrestag der Massaker

Bundesregierung: Türkei und Armenien sollen sich versöhnen

Berlin - Zum 100. Jahrestag der Massaker an bis zu 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich hat die Bundesregierung die Türkei und Armenien zur Versöhnung aufgerufen. 

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Deutschland wolle beide Seiten bei der Annäherung unterstützen. Den Begriff Völkermord benutzte er - im Unterschied zu Bundespräsident Joachim Gauck - nicht. Seibert sagte: "Die Worte des Bundespräsidenten stehen wie immer für sich."

Gauck hatte am Donnerstagabend ohne Umschweife von Völkermord gesprochen. Dieser Einschätzung schloss sich am Freitag auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) an. Seibert sagte, die Bundesregierung stehe hinter den "Gedanken und Formulierungen" der geplanten Erklärung des Bundestags. Der Text sei mit den Fraktionen abgestimmt worden. Nach Angaben des Auswärtigen Amts gibt es bislang noch keine offiziellen Reaktionen aus der Türkei.

In der Erklärung des Bundestags heißt es über die Armenier: "Ihr Schicksal steht beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist." Nach der ersten Beratung geht der Text nun an die Ausschüsse. Er soll bis zum Sommer verabschiedet werden.

dpa

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