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Horst Seehofer ballt die Fäuset.

Bundestagswahl 2013

CSU in Bayern bei fast 50 Prozent

München - Die CSU ist klarer und einziger Gewinner der Bundestagswahl in Bayern. Nach der Auszählung aller 45 bayerischen Wahlkreise kommt die Partei auf 49,3 Prozent der Zweitstimmen.

Die CSU ist bei der Bundestagswahl mit nahezu 50 Prozent wieder fast in alte Höhen vorgestoßen. „Der Sieger des heutigen Abends steht fest: Das ist die Christlich-Soziale Union“, verkündete ein sehr zufriedener Parteichef Horst Seehofer am Sonntagabend. Die CSU holte nach der Auszählung aller 45 bayerischen Wahlkreise 49,3 Prozent - ein noch besseres Ergebnis als die 47,7 Prozent bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag. Im Vergleich zu ihrem Absturz bei der Bundestagswahl 2009 legte die CSU um über 7 Prozentpunkte zu. Die Partei holte erneut sämtliche 45 Direktmandate in Bayern. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt nannte das Ergebnis „sensationell“.

Jubel und Entsetzen: Die Bundestagswahl 2013

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Die SPD erreichte 20,0 Prozent. Das sind 3,1 Prozentpunkte mehr als der bisherige Nachkriegs-Negativrekord bei der Bundestagswahl 2009. Dies ist aber immer noch das zweitschlechteste Ergebnis für die bayerische SPD bei einer Bundestagswahl seit 1945. Generalsekretärin Natascha Kohnen sah es dennoch positiv und sprach von einem „stabilen Aufwärtstrend“ im Freistaat. „Wir haben deutlich zugelegt im Vergleich zur letzten Bundestagswahl.“

Klare Wahlverlierer sind die kleineren Parteien: Die FDP rutschte von den 14,7 Prozent der Wahl 2009 um knapp zehn Prozentpunkte auf 5,1 Prozent ab. Doch weil die Liberalen bundesweit unter fünf Prozent liegen, folgt dem Rauswurf aus dem bayerischen Landtag vor einer Woche nun der Rauswurf aus dem Berliner Reichstagsgebäude. „Das ist natürlich ein niederschmetterndes Ergebnis“, sagte der scheidende Wirtschaftsminister Martin Zeil zu dem Debakel. Der niederbayerische FDP-Politiker Dietrich Gumppenberg forderte den Rücktritt der Berliner Parteispitze: „Jetzt muss es einen radikalen Schnitt geben ohne Ansehen der Person.“ Auch in Bayern sei ein Neuanfang nötig.

Pressestimmen zur Wahl: "Der Super-Horst"

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Bei den Grünen herrschten Enttäuschung und Ernüchterung. Sie rutschten von 10,8 auf 8,4 Prozent ab. Damit ist ein mehr als zehnjähriger Aufwärtstrend in Bayern beendet. „Das Ergebnis ist richtig schlecht, ein richtiger Schlag ins Kontor“, sagte Landeschef Dieter Janecek. Auf Facebook begannen sogleich die Diskussionen, wer und was für die Niederlage verantwortlich sei. Die Grünen wollten eigentlich sowohl bei der Landtags- als auch bei der Bundestagswahl deutlich über zehn Prozent kommen. Weil die FDP aber noch schlechter abschneidet, sind die Grünen trotzdem drittstärkste politische Kraft in Bayern.

Die Freien Wähler liegen nach Hochrechnungen auch im Stammland von Parteichef Hubert Aiwanger mit 2,7 Prozent klar unter der Fünf-Prozent-Hürde. Als einziger Trost blieb Aiwanger das Scheitern der FDP. „Wenn die FDP wirklich raus ist, wäre das für uns die große Chance, die Mitte zu besetzen.“ Da die Freien Wähler in anderen Bundesländern voraussichtlich noch sehr viel schlechter abschneiden als in Bayern, hat Aiwanger aber sein Ziel weit verfehlt, in die Bundespolitik vorzustoßen.

Die Linke verschlechterte sich von 6,5 auf 3,8 Prozent. Die erst vor wenigen Monaten gegründete Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland erhielt in Bayern 4,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung war mit 70,2 Prozent etwas niedriger als 2009.

dpa

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