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Grünen-Chefin Claudia Roth hat bei einer Vorstandssitzung den Rücktritt der Grünen-Spitze vorgeschlagen.

Niederlage bei Bundestagswahl

Grünen-Spitze stellt Ämter zur Verfügung

Berlin - Rücktritt und Neuaufstellung - bei den Grünen ist man schnell mit Konsequenzen aus der Wahlniederlage. Von Schwarz-Grün wollen sie wohl nichts wissen.

Einem möglichen Treffen mit der Union wollen sich die Grünen nicht verschließen. „Dass man so Gespräche führt, ist eine Selbstverständlichkeit“, sagte Özdemir. Es gebe aber große Unterschiede. Trittin sagte, dass die Möglichkeiten, „zu einer gemeinsamen Vereinbarung und handlungsfähigen Grundlage mit der Union zu kommen, außerordentlich beschränkt sind“. Parteichefin Roth sagte: „Wir sind nicht die Ausputzer der Union.“

Mit dem Rückzug von Vorstand und Parteirat solle nach der Wahlniederlage eine Neuaufstellung rechtzeitig vor der Bundestagswahl 2017 möglich werden, sagte Roth. Özdemir ließ durchblicken, dass er sich vorstellen kann, wieder als Parteichef anzutreten. Roth kündigte an, sie habe sich in der Frage entschieden, wolle das aber erst in der Partei bekanntgeben. Fraktionschef Trittin sagte: „Ich möchte der Diskussion der wiedergewählten Abgeordneten nicht vorgreifen.“ Ähnlich äußerte sich Göring-Eckardt.

Wer könnte was in einer großen Koalition werden?

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An diesem Dienstag kommen die alten und neuen Abgeordneten erstmals zusammen. Ob Trittin Fraktionschef bleibt, ist offen. Der langjährige Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, kündigte an, nicht mehr für das Amt antreten zu wollen. „Ich sehe meine Perspektive in der Fachpolitik“, sagte der Menschenrechtspolitiker.

Parteichefs und Spitzenduo kündigten eine schonungslose Analyse an. „Diese Arbeit wird hart sein, das wird auch nicht eine Arbeit von wenigen Tagen sein“, sagte Göring-Eckardt. Trittin meinte: „Wir sind wieder auf das Niveau zurückgefallen von 2002/2005.“ Offenbar habe es keine Mehrheit für das Programm gegeben. „Wir müssen heute mit dem Wahlergebnis feststellen, dass es in Deutschland eine konservative Mehrheit gibt.“

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

Was für Schwarz-Rot spricht und was für Schwarz-Grün

„Wir haben den Eindruck erweckt, dass wir mit unseren Steuerkonzepten nicht gestalten, sondern belasten wollen“, sagte Göring-Eckardt. Auch das Image als Verbotspartei hätten die Grünen nicht abstreifen könnten, meinten die Spitzenvertreter. Geschadet habe auch die Pädophilie-Debatte. Nun solle zusätzlich zum begonnenen wissenschaftlichen Ausleuchten dieses Themas eine Aufarbeitung mit Zeitzeugen stattfinden.

Fraktionsvize Kerstin Andreae sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gehe um die Frage: „Warum haben wir unser Potenzial nicht ausgeschöpft, in die Mitte der Gesellschaft hinein, aber auch mit Blick auf die Unternehmen?“ Zu Spekulationen, sie solle Fraktionschefin werden, sagte sie: „Nötig sind selbstkritische und gemeinsame Gespräche über eine mögliche Neuaufstellung.“ Genannt werden außerdem immer wieder Göring-Eckardt seitens der Realos und der Verkehrspolitikers Anton Hofreiter von den Parteilinken.

Der Grünen-Europaabgeordnete Werner Schulz griff Trittin in der „Bild“-Zeitung an: „Trittin hat sich zulasten der Grünen profiliert, hat die Finanzpolitik im Wahlkampf in den Vordergrund geschoben, weil er unbedingt Finanzminister werden wollte.“

dpa

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