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Bleibt Angela Merkel? Kommt ein neuer Bundeskanzler? Das und die Sitzverteilung im Parlament wird bei der Bundestagswahl im September 2017 entschieden.

Antworten auf die Fragen

Bundestagswahl 2017: Datum, Umfragen, Prognosen

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Berlin - Wird Angela Merkel abgelöst? Zieht die AfD in den Bundestag ein? Und wann findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag überhaupt statt? Wir beantworten die Fragen rund um die Bundestagswahl 2017.

Wann findet die Bundestagswahl 2017 statt?

2017 wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Während das Jahr schon länger feststand, ist das genaue Datum noch nicht so lange klar. Dafür war zunächst eine Zeitspanne angegeben, denn wenn die Deutschen zu den Wahlurnen gebeten werden, muss der Termin erst ein dreiviertel Jahr vorher bekannt gegeben werden. 

Am 18. Januar 2017 hat die Bundesregierung schließlich den Sonntag, 24. September, als Wahltag vorgeschlagen und fünf Tage später stimmte Bundespräsident Joachim Gauck dem Vorschlag des Kabinetts zu - der Termin war somit festgelegt. Das heißt: Der Deutsche Bundestag wird am Sonntag, 24. September 2017 gewählt.

Wie sind die Prognosen und Umfragen für die Bundestagswahl 2017?

Es ist mit Sicherheit eine der Fragen, die ein dreiviertel Jahr vor der Wahl so schwer wie noch nie zu beantworten ist: Welche Parteien haben welche Chancen auf Sitze im zukünftigen Deutschen Bundestag? Denn noch nie waren die Prognosen so unterschiedlich. Das hängt mit der Flüchtlingskrise zusammen und mit der Reaktion der aktuellen Bundesregierung darauf - zumindest, wenn man Meinungsforschungsinstituten glauben möchte. Die wollen jedenfalls Folgendes herausgefunden haben: Bevor die Flüchtlingskrise im September 2015 begonnen hat, sagten die Prognosen ein ähnliches Wahlergebnis wie bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 voraus. Als die Flüchtlingskrise aber immer mehr beherrschendes Thema wurde, änderten sich auch die Prognosen - und die großen Parteien verloren immer mehr an Zustimmung.

Aktuelle Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute wie Allensbach und Emnid bestätigen dieses Bild: Die Union verliert deutlich an Zustimmung, derzeit würden laut Emnid 33 Prozent der Wähler ihre Stimme der CDU/CSU geben (Stand: 11. Februar 2017). Bei der Bundestagswahl im September 2013 waren es immerhin noch 41,5 Prozent - der Verlust liegt aktuell also bei 8,5 Prozent. Bei Allensbach (Stand: 26. Januar 2017) würden 36 Prozent ihr Kreuz bei der CDU/CSU machen.

Die SPD hat seit der Nominierung ihres Spitzenkandidaten Martin Schulz wieder etwas hinzugewonnen - vor etwa einem halben Jahr lag die Partei noch bei 22,5 Prozent, im Februar 2017 sind es 32 Prozent (bei Emnid). Damit haben die Sozialdemokraten sogar zugelegt im Vergleich zur Bundestagswahl 2013: Damals kamen sie auf 25,7 Prozent. Bei Allensbach sind die Zahlen deutlich niedriger: 23 Prozent. An diesen ständigen Schwankungen lässt sich erkennen, dass die Deutschen derzeit vor allem eins sind: unsicher.

Bei den kleineren Parteien sieht es so aus: Die Grünen sind mit 7 Prozent fast bei ihrem Ergebnis von 2013 (8,4 Prozent). Die Alternative für Deutschland (AfD) würde, wenn heute Bundestagswahl wäre, Werte von etwa 10 Prozent holen - damit haben sie im Vergleich zum Juli 2016 sogar zwei Prozentpunkte verloren. Bei der letzten Bundestagswahl waren es noch 4,7 - das wäre also eine Steigerung von 5,3 Prozent.

In der Sonntagsfrage vom 19. Februar schneidet die AfD so schlecht wie noch nie ab - es sind sogar die schlechtesten Werte seit Dezember 2015. Erstmals schafft es die Alternative für Deutschland nicht über die zehn Prozent, sondern nur auf 8,5.

Dass sich das alles jeden Tag ändern kann - wenn auch nur leicht - zeigt ein neuer Trend vom 15. Februar:

Union könnte nicht allein regieren, wenn heute Bundestagswahl wäre

Eine Prognose, die auf bundestagswahl-2017.com veröffentlicht worden ist und auf den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute beruht, sagt diese Sitzverteilung im Deutschen Bundestag voraus: Wenn heute (Stand: 13. Februar 2017) Bundestagswahl wäre, dann gäbe es 598 Sitze (ohne Überhang- und Ausgleichsmandate). Die Union würde 210 davon bekommen, was bedeutet, dass sie nicht alleine regieren könnte. Am wahrscheinlichsten wäre in diesem Szenario eine erneute Große Koalition mit der SPD. Laut dieser Prognose würden aktuell auch AfD und FDP in den Bundestag einziehen - beide Parteien scheiterten vor drei Jahren noch an der Fünf-Prozent-Hürde.

pak

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Kommentare

Douglas QuaidAntwort
(0)(0)

Wahlversprechen werden genauso eingehalten wie der Molotow-Ribbentrop Pakt ;)

Enstein A.Antwort
(0)(0)

Manipulieren tut doch der Putin schon, sagt man.

ExcaliburSSK
(0)(0)

30 Jahre lang habe ich CDU gewählt. Aber seit eine Regentin mit einem Pan Tau-Syndrom, gepaart mit Wiederverkindlichung in der Gebärmutter des schützenden Sozialismus, wohin der rot-theologische Vater die Familie ja zwangsverfrachtet hatte, dieses Land dominiert, kotzt mich die servile Willfährigkeit gestandener CDUler immer mehr an.
Ich denke da nur an den geistig moralischen Verfall eines CDU-Urgesteins wie Elmar Brok, der zu einem willenlosen Büroboten verkommen ist und völlig gebrochen mit anschaut, wie eine wesensfremde Kanzlerin die Bundesrepublik ungestraft in eine DDR light transformiert.
Auch in der Real-DDR wurden die Menschen gezwungen, in einem geistig verbrecherischen Internationalismus Menschen akzeptieren zu müssen, die ihnen völlig fremd waren und deren Zwangsakzeptanz sie nicht ausstehen konnten.
Und dabei waren die - die "Vitschis" für Vietnamesen - wertvolle Menschen einer Gemeinschaft..