Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel zur Bundestagswahl 2017 in eine Wahlurne
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Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel zur Bundestagswahl 2017 in eine Wahlurne

Wahl zum 19. Deutschen Bundestag

Ergebnisse der Bundestagswahl 2017: Wie ging sie aus?

Zur Bundestagswahl 2017 wurden 709 Abgeordnete von den Bürgern bestimmt. Die Wahlbeteiligung war vergleichsweise hoch und wirkte dem Abwärtstrend vergangener Bundestagswahlen entgegen.

Berlin – Am 24. September 2017 fand die Bundestagswahl 2017 statt. Sie führte zur Bestimmung des 19. Deutschen Bundestags. Die großen Parteien mussten zum Teil herbe Verluste einstecken. Mit unserem Politik-Newsletter bleiben Sie stets informiert über das nationale und internationale politische Geschehen.

Bundestagswahl 2017: Daten und Fakten im Überblick

Nach der Bundestagswahl 2017 wurde der 18. Deutsche Bundestag abgelöst. Dieser fand sich am 22. Oktober 2013 zusammen. Die darauffolgende Wahl muss frühestens 46 und spätestens 48 Monate nach diesem ersten Zusammentreffen stattfinden. Der 24. September 2017 war folglich einer von zehn möglichen Wahlterminen. Dieser fällt verpflichtend auf einen Sonn- oder Feiertag.

Zur Wahl des 19. Deutschen Bundestags traten insgesamt 42 Parteien an, 34 davon mit Landeslisten. In allen Bundesländern standen folgende auf dem Wahlzettel:

  • CDU (in allen Bundesländern außer Bayern)
  • CSU (nur in Bayern)
  • SPD
  • Die Linke
  • BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Die Grünen)
  • FDP
  • AfD
  • Freie Wähler
  • Die PARTEI
  • MLPD
  • BGE (Bündnis Grundeinkommen)

Für acht Parteien traten darüber hinaus Mitglieder als Wahlkreiskandidaten an:

  • Bündnis C – Christen für Deutschland
  • DIE EINHEIT
  • Die Violetten
  • Familien-Partei Deutschlands
  • Feministische Partei Die Frauen
  • Mieterpartei
  • Neue Liberale – Die Sozialliberalen
  • UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie

Obwohl zugelassen, traten sechs Parteien weder mit Landeslisten noch mit Wahlkreiskandidaten an:

  • Deutsche Konservative
  • Zentrumspartei
  • DGP – Die GERADE Partei
  • REP – Die Republikaner
  • JED – Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands
  • TPD – Transhumane Partei Deutschlands

Bundestagswahl 2017: Wahlbeteiligung im Vergleich

Die Wahlbeteiligung der Bundestagswahl 2017 lag bei 76,2 Prozent und beendete den Abwärtstrend der Wahlbeteiligungen seit 1972. In jenem Jahr gingen 91,1 Prozent der berechtigten Bürger zur Wahl. Seitdem sank die Zahl kontinuierlich bis ins Jahr 1994 auf 79 Prozent. Eine Ausnahme war das Wahljahr 1998 mit einer Beteiligung von 82,2 Prozent. Die Beteiligung der folgenden Wahlen im Überblick:

  • 2002: 79,1 Prozent
  • 2005: 77,7 Prozent
  • 2009: 70,8 Prozent
  • 2013: 71,5 Prozent

Bundestagswahl 2017: Mehrheiten und Sitzverteilung

Laut dem amtlichen Endergebnis wurde die CDU/CSU-Fraktion mit insgesamt 32,9 Prozent zwar die stärkste Gruppe im neu gewählten Bundestag, erzielte jedoch trotz Mehrheit das schlechteste Ergebnis seit 1949. Im Vergleich zur Wahl 2013 verlor sie 8,6 Prozentpunkte. Die Zweitstimmenanteile sahen wie folgt aus:

  • CDU: 26,8 Prozent
  • CSU: 6,2 Prozent
  • SPD: 20,5 Prozent
  • AfD: 12,6 Prozent
  • FDP: 10,7 Prozent
  • Die Linke: 9,2 Prozent
  • Die Grünen: 8,9 Prozent
  • Sonstige: 5 Prozent

Folgende Erststimmenanteile ergab die Bundestagswahl 2017:

  • CDU: 30,2 Prozent
  • CSU: 7 Prozent
  • SPD: 24,5 Prozent
  • AfD: 11, 5 Prozent
  • Die Linke: 8,6 Prozent
  • Die Grünen: 8 Prozent
  • FDP: 7 Prozent
  • Sonstige: 3,1 Prozent

Daraus ergab sich folgende Sitzverteilung im 19. Deutschen Bundestag:

  • CDU: 200
  • SPD: 153
  • AfD: 94
  • FDP: 80
  • Die Linke: 69
  • Die Grünen: 67
  • CSU: 46

Die CDU verlor 55, die SPD 40 Sitze im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode. Die Linke gewann fünf, die Grünen vier Sitze dazu. Verluste von zehn Sitzen verzeichnete die CSU. AfD und FDP zogen neu beziehungsweise wieder in den Bundestag ein.

Bundestagswahl 2017: Koalitionsbildung

Bei der Bundestagswahl 2017 erzielte keine Partei eine absolute Mehrheit. Die Ergebnisse führten zu einer im Vergleich zu vorherigen Wahlen starken Verschiebung der Sitzverteilung. Mit709 Abgeordneten war der 19. Deutsche Bundestag so groß wie nie.

Die Koalitionsverhandlungen gestalteten sich zäh. Die Verhandlungen für eine sogenannte Jamaika-Koalition aus den Parteien CDU/CSU, FDP und Grüne (Schwarz-Gelb-Grün) scheiterten. Anschließend standen sowohl Neuwahlen und eine Minderheitenregierung als auch die Fortsetzung der bestehenden Großen Koalition zur Diskussion. CDU/CSU und SPD einigten sich schließlich darauf, die „GroKo“ weiterzuführen.

Am 24. Oktober 2017, dem letztmöglichen Termin, traf das Parlament zu einer konstituierenden Sitzung zusammen, der ersten des neu gewählten Bundestags. Am 14. März 2018 wurde Angela Merkel erneut zur Bundeskanzlerin gewählt.

Auf Merkur.de erfahren Sie vorab immer aktuell, was die Umfragen für die Bundestagswahl 2021 sagen. Zudem finden Sie hier eine interaktive Karte mit allen Ergebnissen für Wahlkreise und Gemeinden.

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