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Nach Gauland-Äußerungen

Justizminister Maas geht auf AfD los: „Heimat für Neonazis“  

Berlin - Heiko Maas wirft dem AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland wegen dessen Äußerungen zur NS-Zeit eine rechtsextreme Haltung vor. Der Justizminister attackiert die AfD scharf.

„Wer fordert, wir sollten 'stolz' sein auf die Verbrechen deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg, der muss sich vorwerfen lassen, ein Rechtsextremer zu sein“, sagte Maas der Deutschen Presse-Agentur. „Immer offener zeigt sich das rechtsradikale Gesicht der AfD. Sie hat es offenbar darauf abgesehen, zur neuen politischen Heimat für Neonazis zu werden.“

Maas mahnte kurz vor der Bundestagswahl: „Wir dürfen niemals vergessen, welche Gräueltaten Deutschland begangen hat.“ Das Erinnern sei keine Schwäche. „Ganz im Gegenteil: Verantwortung für unsere Vergangenheit zu übernehmen, macht uns stark.“ Alle seien gefordert, die Demokratie und den Rechtsstaat gegen rechtsradikale Hetzer zu verteidigen.

Gauland hielt Rede am 2. September

Gauland hatte in einem im Internet verbreiteten Video einen Schlussstrich im Umgang mit dem Nationalsozialismus gefordert. „Ja, wir haben uns mit den Verbrechen der zwölf Jahre auseinandergesetzt. Und, liebe Freunde, wenn ich mich in Europa umgucke: Kein anderes Volk hat so deutlich mit einer falschen Vergangenheit aufgeräumt wie das deutsche“, sagte Gauland demnach bei einer Rede am 2. September bei einem Treffen der rechtsnationalen AfD-Gruppierung „Der Flügel“. „Man muss uns diese zwölf Jahre jetzt nicht mehr vorhalten. Sie betreffen unsere Identität heute nicht mehr.“ Gauland sagte weiter: „Und deshalb, liebe Freunde, haben wir auch das Recht, uns nicht nur unser Land, sondern auch unsere Vergangenheit zurückzuholen. Wenn die Franzosen zu Recht stolz auf ihren Kaiser sind und die Briten auf Nelson und Churchill, haben wir das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.“

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dpa

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