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Seit Samstag verbreiten offenbar hunderte „Bots“ Kampagnen zur Unterstützung der AfD.

Es wurde davor gewarnt

Russen beeinflussen Bundestagswahl - AfD-Kampagnen auf Twitter

Russland hat es schon immer gesagt: Wir mischen uns nicht in fremde Wahlen ein. Doch genau dies soll nun in Deutschland kurz vor der Bundestagswahl 2017 geschehen sein.

München - Monatelang hat die deutsche Spionageabwehr gewarnt, russische Stellen könnten wie in den USA oder Frankreich versuchen, die Bundestagswahl zu beeinflussen. Bis vor wenigen Tagen hat es nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden weder Leaks aus den Cyberattacken auf Bundestag, Abgeordnete und Parteien noch Desinformationskampagnen gegeben.

Doch wie die Bild-Zeitung nun berichtet, verbreiten seit Samstag hunderte „Bots“, automatisierte Accounts auf Twitter, Kampagnen und Botschaften zur Unterstützung der AfD. So veröffentlichte beispielsweise ein Account mit dem Namen „Renate Biller“ folgende Nachricht: „Wenn die an der Macht bleiben, dann gibt es in 5 Jahren Bürgerkrieg. #afd #wahlbetrug #islamisierung #afdwaehlen # wahlbeobachter“. In den letzten Stunden erschienen auf dieser Seite weitere Posts, in denen die deutschen Bürgerinnen und Bürger aufgefordert werden, für die Alternative für Deutschland zu stimmen.

Besonders dubios: Der Account, der erst im September online ging, hat lediglich 32 Follower. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Post allerdings 650 Mal retweetet und 664 Mal geliked (Stand: Sonntag, 24.09.2017, 16 Uhr). Was für einen so unbekannten Account recht unnatürlich erscheint.

Laut Bild stammen hunderte der retweetenden Accounts aus Russland, haben russische Namen und bestehen aus einer zufällig erscheinenden Kombination von Buchstaben und Zahlen.

Das Open-Source-Netzwerk „DFRLab“, das Tweets rund um die Wahl analysiert, vermutet, dass es sich bei dem Bot-Manager entweder um einen AfD-Unterstützer handelt, oder dass die Partei selbst das russische Bot-Netzwerk dafür bezahlt, die Nachrichten im Netz zu verbreiten.

Bundestagswahl 2017: Russland weist Verdacht möglicher Einmischung von sich

Russische Politiker hatten den Verdacht einer möglichen Einmischung in die Bundestagswahl zuletzt stets von sich gewiesen. „Alle diese Vorwürfe sind haltlos“, sagte zum Beispiel Außenminister Sergej Lawrow schon im März seinem deutschen Kollegen Sigmar Gabriel. Es gebe keine Beweise.

„Wir machen so etwas auf staatlicher Ebene nicht, das ist wichtig“, so Präsident Wladimir Putin im Juni in St. Petersburg. Für unabhängige russische Cyber-Krieger wollte der Kremlchef aber keine Verantwortung übernehmen.

Am heutigen Sonntag ist Bundestagswahl. Wie hat Deutschland entschieden? Wir begleiten den Wahlabend im Live-Ticker.

Lesen Sie außerdem: Was bedeutet: „In die Opposition gehen?“

sk/dpa

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