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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Aktuelle Prognose

Umfrage zur Bundestagswahl: Schulz weit von Kanzler-Mehrheit entfernt

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Bundestagswahl 2017: Im September wird der neue Bundestag gewählt. Martin Schulz (SPD) hat laut einer aktuellen Umfrage nicht annähernd eine Kanzler-Mehrheit.

Kann SPD-Kandidat Martin Schulz seinen Traum vom Kanzleramt schon ein Vierteljahr vor der Bundestagswahl im September abhaken? Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom Freitag, 23. Juni, bekäme er aktuell keine Regierungsmehrheit. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU (im Vergleich zur Umfrage vom 2. Juni) erneut auf 39 Prozent, und die SPD könnte unverändert mit 25 Prozent rechnen. Die Linke erhielte weiterhin 9 Prozent, die Grünen könnten sich verbessern auf 8 Prozent (plus 1), und die FDP bliebe bei 8 Prozent. Die AfD würde sich verschlechtern auf 7 Prozent (minus 1), und die anderen Parteien zusammen erzielten 4 Prozent (unverändert).

Somit bekäme Rot-Rot-Grün keine Regierungsmehrheit (42 Prozent gegen 54 Prozent von Union, FDP und AfD) und Rot-Grün (mit 33 Prozent) ohnehin nicht. Auch eine Ampel (SPD, FDP und Grüne) wäre ohne Mehrheit im Bundestag. Nur in diesen Koalitionen könnte die SPD mit Martin Schulz den Kanzler stellen.

Besser sieht es für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aus. Sie hätte laut der aktuellen Umfrage mehrere Machtoptionen: Neben einer großen Koalition gäbe es auch eine Mehrheit für eine Regierung aus CDU/CSU, Grüne und FDP. Auch für ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und AfD würde es reichen. Allerdings schließen alle der möglichen Partner diese Koalition von vornherein aus.

Umfrage zur Bundestagswahl 2017: Comeback von Schwarz-Gelb?

2013 wurde die schwarz-gelbe Koalition aus Union und FDP abgewählt, die Liberalen flogen aus dem Bundestag. Drei Monate vor der Bundestagswahl 2017 steuert Schwarz-Gelb wieder auf eine Mehrheit im Parlament zu. Eine Allensbach-Umfrage vom Dienstag ergabt eine schwarz-gelbe Mehrheit von 50,5 Prozent. Dem am Mittwoch veröffentlichten „Stern-RTL-Wahltrend“ von Forsa kammen CDU/CSU und FDP auf 47 Prozent, was knapp unter absoluten Mehrheit im Parlament liegt. Auch die Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vom Freitag sieht Schwarz-Gelb bei 47 Prozent

Prognosen für die Bundestagswahl 2017: Aktuelle Umfragen

Aktuell ist die Union wieder im Aufwind, während der so genannte Schulz-Effekt der SPD schon als Geschichte bezeichnet werden kann.

Partei

CDU/CSU

SPD

Grüne

FDP

Die Linke

Afd

Sonstige

Forschungsgruppe Wahlen (23. Juni)

39 Prozent

25 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

9 Prozent

7 Prozent

4 Prozent

Forsa (21. Juni)

39 Prozent

23 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

10 Prozent

7 Prozent

5 Prozent

Allensbach (20. Juni)

40 Prozent

24 Prozent

7 Prozent

10,5 Prozent

8,5 Prozent

6,5 Prozent

3,5 Prozent

INSA (20. Juni)

36,5 Prozent

25 Prozent

6,5 Prozent

9 Prozent

11 Prozent

9 Prozent

3 Prozent

Emnid (17. Juni)

39 Prozent

25 Prozent

7 Prozent

7 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

5 Prozent

Infratest dimap (15. Juni)

39 Prozent

24 Prozent

7 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

5 Prozent

Forschungsgruppe Wahlen (2. Juni)

39 Prozent

25 Prozent

7 Prozent

8 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

5 Prozent

GMS (1. Juni)

39 Prozent

23 Prozent

8 Prozent

10 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

4 Prozent

Forsa (31. Mai)

38 Prozent

25 Prozent

7 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

7 Prozent

6 Prozent

Allensbach (26. Mai)

37 Prozent

26 Prozent

8 Prozent

9 Prozent

8 Prozent

8 Prozent

4 Prozent

Insa (22. Mai)

36,5 Prozent

26 Prozent

6 Prozent

9,5 Prozent

10 Prozent

8 Prozent

4 Prozent

Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung” vom Dienstag kommen CDU/CSU derzeit auf 40 Prozent und die FDP auf 10,5 Prozent. Beide Parteien konnten sich gegenüber der letzten Erhebung vom Mai verbessern, die Union um 3 Prozentpunkte, die Liberalen um 1,5 Punkte.

Die SPD verliert nach der Wahlniederlage in NRW weiter und kommt jetzt nur noch auf 24 Prozent, was ein schlechteres Ergebnis wäre als bei der bislang letzten Bundestagswahl. 2013 kamen die Sozialdemokraten noch auf 25,7 Prozent. 

Wie zuletzt wünscht sich eine Mehrheit der Befragten (58 Prozent; Juni I: 59 Prozent) nach der Bundestagswahl laut Umfrage vom Freitag weiterhin Angela Merkel als Kanzlerin. 31 Prozent (Juni I: 31 Prozent) sprechen sich für Martin Schulz als künftigen Kanzler aus. Dieser Vorsprung liegt nicht zuletzt an der großen Zufriedenheit (78 Prozent) mit der Arbeit Angela Merkels, nur 18 Prozent sind der Meinung, die Kanzlerin mache ihre Sache eher schlecht. Von Martin Schulz als Kanzler erwarten 14 Prozent bessere Leistungen, 33 Prozent glauben, er würde es schlechter machen als Merkel, und für 38 Prozent wäre da kein großer Unterschied.

Martin Schulz.

Welche Parteien haben welche Chancen auf Sitze im zukünftigen Deutschen Bundestag? Selten waren die Prognosen über die Monate hinweg so unterschiedlich. Das hängt unter anderem immer noch mit der Flüchtlingskrise zusammen und mit der Reaktion der aktuellen Bundesregierung darauf - zumindest, wenn man Meinungsforschungsinstituten glauben möchte. Die wollen jedenfalls Folgendes herausgefunden haben: Bevor die Flüchtlingskrise im September 2015 begonnen hat, sagten die Prognosen ein ähnliches Wahlergebnis wie bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 voraus. Als die Flüchtlingskrise aber immer mehr beherrschendes Thema wurde, änderten sich auch die Prognosen - und die großen Parteien verloren immer mehr an Zustimmung.

Ältere Prognosen für die Bundestagswahl 2017

Die SPD lag in einer Umfrage vom 21. März bundesweit vor der Union. Bei einer Bundestagswahl würden sich demnach zurzeit 32 Prozent der Wähler für die Sozialdemokraten mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz entscheiden, wie das Institut Insa im Auftrag der Bild-Zeitung ermittelte. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. CDU und CSU kämen zusammen unverändert auf 31 Prozent. Auch für die AfD mit 11,5 Prozent, die Linke mit 8,5 Prozent und die Grünen mit 6,5 Prozent blieb die Zustimmung gleich. Die FDP verlor in der Umfrage einen halben Prozentpunkt und liegt nun bei 6,5 Prozent. Vom 17. bis 20. März wurden den Angaben zufolge 1933 Bürger befragt. Offenbar sind es vor allem die Unter-30-Jährigen, die den Sozialdemokraten ihre Stimme geben würden.

Das wird Matrin Schulz sicher freuen: Seine Partei SPD zieht in aktuellen Umfragen an den Werten der Union von Kanzlerin Angela Merkel vorbei.

Aktuelle Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute wie Allensbach und Emnid zeigen ein ähnliches Bild: Die Union verliert deutlich an Zustimmung, derzeit würden laut Emnid 33 Prozent der Wähler ihre Stimme der CDU/CSU geben (Stand: 13. März 2017). Bei der Bundestagswahl im September 2013 waren es immerhin noch 41,5 Prozent - der Verlust liegt aktuell also bei 8,5 Prozent. Bei Allensbach (Stand: 13. März 2017) wären es derzeit auch 33 Prozent (vorher: 36 Prozent), die ihr Kreuz bei der CDU/CSU machen würden.

Die SPD hat seit der Nominierung ihres Spitzenkandidaten Martin Schulz hinzugewonnen - vor etwa einem halben Jahr lag die Partei noch bei 22,5 Prozent, im März 2017 sind es nun 33 Prozent (vorher: 32 Prozent bei Emnid). Damit haben die Sozialdemokraten sogar zugelegt im Vergleich zur Bundestagswahl 2013: Damals kamen sie auf 25,7 Prozent. Bei Allensbach haben die Zahlen auch aufgeholt: Waren es im Januar noch 23 Prozent, stehen die Sozialdemokraten aktuell (Stand: 13. März) bei 30,4 Prozent. An diesen ständigen Schwankungen lässt sich erkennen, dass die Deutschen derzeit vor allem immer noch eins sind: unsicher.

Bei den kleineren Parteien sieht es so aus: Die Grünen sind mit 7 Prozent fast bei ihrem Ergebnis von 2013 (8,4 Prozent, Stand: 13. März bei Emnid). Die Alternative für Deutschland (AfD) würde, wenn heute Bundestagswahl wäre, Werte von 8 Prozent holen (vorher: 10 Prozent) - damit haben sie im Vergleich zum Juli 2016 etwas verloren (bei der letzten Bundestagswahl waren es noch 4,7 Prozent).

In der Sonntagsfrage vom 19. Februar schnitt die AfD so schlecht wie noch nie ab - es sind sogar die schlechtesten Werte seit Dezember 2015. Erstmals schafft es die Alternative für Deutschland nicht über die zehn Prozent, sondern nur auf 8,5. Die Union zog jüngst in den Umfragen wieder an der SPD vorbei.

Dass sich das alles jeden Tag ändern kann - wenn auch nur leicht - zeigt ein neuer Trend vom 15. Februar:

Wann findet die Bundestagswahl 2017 statt?

2017 wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt. Das Jahr stand schon länger fest, doch das Datum wurde erst im Januar bekannt gegeben: Am 18. Januar 2017 hat die Bundesregierung den Sonntag, 24. September, als Wahltag vorgeschlagen und fünf Tage später stimmte Bundespräsident Joachim Gauck dem Vorschlag des Kabinetts zu - der Termin war somit festgelegt. Das heißt: Der Deutsche Bundestag wird am Sonntag, 24. September 2017 gewählt.

Union könnte nicht allein regieren, wenn heute Bundestagswahl wäre

Eine Prognose, die auf bundestagswahl-2017.com veröffentlicht worden ist und auf den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute beruht, sagt diese Sitzverteilung im Deutschen Bundestag voraus: Wenn heute (Stand: 21. März 2017) Bundestagswahl wäre, dann gäbe es 598 Sitze (ohne Überhang- und Ausgleichsmandate). Die Union würde 186 (vorher: 209, sie verliert also weiter) davon bekommen, was bedeutet, dass sie nicht alleine regieren könnte. Am wahrscheinlichsten wäre in diesem Szenario eine erneute Große Koalition mit der SPD. Laut dieser Prognose würden aktuell auch AfD und FDP in den Bundestag einziehen - beide Parteien scheiterten vor drei Jahren noch an der Fünf-Prozent-Hürde.

Wie das Wahlsystem bei der Bundestagswahl 2017 funktioniert, können Sie hier nachlesen.

Das sind die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017

Auch wenn man eigentlich das Gefühl hat, den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin direkt wählen zu können: So ist das nicht. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages wählen den Bundeskanzler. Die Parteien stellen im Vorfeld der Wahl Spitzenkandidaten auf, die sich im Falle eine Regierungskoalition dazu bereit erklären, dann als Kanzler zu kandidieren.

Angela Merkel, CDU/CSU: Die amtierende Bundeskanzlerin möchte noch für eine vierte Amtszeit die Regierungsgeschäfte in Deutschland leiten. Obwohl es zunächst danach ausgesehen hatte, als würde Horst Seehofer für die bayerische CSU einen separaten Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken wollten, tat er das am Ende doch nicht und unterstützt nun Angela Merkel als gemeinsame Kandidatin für die Union.

Angela Merkel.

Martin Schulz, SPD: Seit Martin Schulz Kanzlerkandidat für die Sozialdemokraten ist, hat die Partei wieder Aufwind in den Umfragen erfahren. Zuvor war Sigmar Gabriel als Kandidat gehandelt worden, doch dann übernahm er von Frank-Walter Steinmeier das Amt des Außenministers, als dieser Bundespräsident wurde. Gabriel verzichtet für Schulz auf die Kandidatur.

Martin Schulz.

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht, Die Linke: Mit gleich zwei Spitzenkandidaten geht die Linke ins Wahljahr der Bundestagswahl.

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht.

Katrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir, Die Grünen: Auch die Grünen schicken eine Doppelspitze in die Bundestagswahl.

Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckhardt (in der Mitte: Anton Hofreiter).

Christian Lindner, FDP: Sollte die Freie Demokratische Partei in die Regierung kommen, dann wäre Christian Lindner der Spitzenkandidat für die FDP.

Christian Lindner.

Die AfD hat ihren Spitzenkandidaten noch nicht bekannt gegeben.

pak

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