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Wo geht's lang? Horst Seehofer und Angela Merkel hatten in der Flüchtlingsfrage zunächst grundverschiedene Ansichten.

"Ob es gelingt, kann ich nicht versprechen"

Getrennter Wahlkampf? Seehofer kündigt Gespräche mit CDU-Spitze an

München - Angela Merkel (CDU) kann sich im kommenden Bundestagswahlkampf nicht der Unterstützung der Schwesterpartei CSU sicher sein. Noch zeigen sich die Bayern gesprächsbereit.

Beide Parteien wollen ihre Differenzen zwar bei einem Spitzentreffen im Juni beilegen, wie CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer der "Bild am Sonntag" sagte. Sollte dies aber nicht gelingen, werde die CSU 2017 einen eigenen Wahlkampf bestreiten, kündigte Parteichef Horst Seehofer laut "Spiegel" an.

Im Falle eines eigenen Wahlkampfs würde er selbst auf Platz eins der Landesliste für den Bundestag kandidieren, sagte Seehofer dem Bericht zufolge auf einer Sitzung der Strategiekommission seiner Partei. Den Wählern müsse dann klar gezeigt werden, dass sie nicht Merkel, sondern die CSU wählten. Die CSU werde sich dann im Wahlkampf als Garant dafür präsentieren, dass Merkel ihren Kurs nicht einfach fortsetzen könne.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte dem "Spiegel", es sei offen, ob es ein gemeinsames Wahlprogramm von CSU und CDU geben werde. "Ich habe mir nicht vorstellen können, dass CDU und CSU mal bei einem zentralen Thema so weit voneinander entfernt denken und agieren können, wie sich das in der Flüchtlingsfrage gezeigt hat", sagte Dobrindt.

Der "BamS" zufolge warb Seehofer am Samstag bei nicht öffentlichen "Basis-Gesprächen" mit CSU-Mitgliedern in Schweinfurt für eine inhaltliche Verständigung mit der CDU: "Ob sie gelingt, kann ich heute nicht versprechen", sagte er demnach den Teilnehmern.

Scheuer kündigte ein Spitzentreffen beider Parteien an. "Ende Juni werden die Spitzen von CDU und CSU bei einer Klausurtagung zusammenkommen, um neben den Gemeinsamkeiten besonders die unterschiedlichen Ansichten beispielsweise bei Zuwanderungsfragen und politischer Situationsanalyse auszuräumen", sagte er der "BamS". Beide Parteien sollten "gemeinsame Antworten finden".

Zuvor hatte Scheuer gegenüber der Funke-Mediengruppe betont, dass die CSU als eigenständige Partei eine eigenständige Politik innerhalb der Union vertrete. In der Bevölkerung erhalte seine Partei "für den klaren Kurs sehr viel Zuspruch". Die CSU habe aber "den Willen, inhaltliche Differenzen zu überwinden".

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl warnte die CSU vor Überlegungen zu einem eigenen Bundestagswahlkampf. Der Eindruck, dass es in der Unionsfamilie Streit gebe, nutze nur dem politischen Gegner, sagte er den Funke-Zeitungen.

AFP

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